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„Brauchen Bündel von Maßnahmen, um der Benachteiligung von Frauen ein Ende zu setzen“

Die Frauenreferentinnen der österreichischen Landesregierungen tagten in Graz © Land Steiermark/Samec
Die Frauenreferentinnen der österreichischen Landesregierungen tagten in Graz
© Land Steiermark/Samec

„Dass jemand, der ganz offen Frauen herabwürdigt und in der Öffentlichkeit frauenfeindliche Witze macht, Präsident der USA werden kann, ist schockierend - und ein herber Rückschlag in Sachen Gleichstellung und Frauenrechte", betonte Ursula Lackner, Vorsitzende der Landesfrauenreferentinnen, bei der heutigen Konferenz in Graz.

Die Gesellschaft in Österreich habe zwar schon viel erreicht, was die Gleichstellung von Frauen und Männern betrifft, trotzdem sei noch ein weiter Weg zu gehen, so Lackner, zumal der gesellschaftliche Gegenwind wieder schärfer geworden sei. „Umso wichtiger ist es, sich konsequent und energisch für die Gleichstellung der Frauen und für Frauenrechte stark zu machen", verwies sie auf die Bedeutung der heutigen Konferenz. Bei dieser tauschten sich die Landesrätinnen nicht nur über Strategien in frauenpolitischen Handlungsfeldern aus, sondern forderten vom Bund auch ein Bündel von Maßnahmen, um der Benachteiligung von Frauen in vielen verschiedenen Lebensbereichen ein Ende zu setzen:

  • Verstärkung der Maßnahmen gegen die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt und zur Vorbeugung von Erwerbsarmut (working poor).
  • Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen für Kleinunternehmen, wenn eine Mitarbeiterin in den Mutterschutz geht.
  • Verpflichtende Aus- und Weiterbildung im Bereich Gendermedizin für alle Ärztinnen und Ärzte und verbindliche Berücksichtigung dieser Kompetenzen bei der Vergabe von Kassenverträgen.

Besonders wichtig sind Lackner zwei weitere Forderungen, die die Steiermark in die Konferenz eingebracht hat:

  • Verankerung der IBOBB (Information, Beratung und Orientierung für Bildung und Beruf) in allen Schularten in der 9. Schulstufe im Lehrplan: Damit soll erreicht werden, dass Mädchen besser über sämtliche berufliche Möglichkeiten Bescheid wissen und sich so nicht hauptsächlich für „typische Frauenberufe" entscheiden, die in der Regel schlechter bezahlt sind. „Das würde endlich auch den Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen verringern", betonte Lackner.
  • Zuverlässige und ausreichende finanzielle Absicherung der Mädchen- und Frauenberatungsstellen durch den Bund und die Schließung von regionalen Angebotslücken: „Diese Anlaufstellen bieten in allen Regionen Information, Beratung und Begleitung für Frauen und Mädchen an und unterstützen sie bei der Bewältigung persönlicher, familiärer und beruflicher Herausforderungen und Problemlagen", strich Lackner hervor.