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Digitale Bibliothek Steiermark: 50. DigiBib geht in Selzthal online

970.000 ÖsterreicherInnen im Alter von 16 bis 65 Jahren verfügen nur über niedrige oder keine Lesekompetenz (PIAAC-Studie der OECD, Ergebnisse 2013 veröffentlicht). Und die Pisa-Erhebung 2012 ergab, dass 19,5 Prozent der 15- und 16-jährigen SchülerInnen nicht sinnerfassend lesen können.

Das sind alarmierende Fakten. Daher startete Ursula Lackner, Landesrätin für Bildung und Gesellschaft, im Herbst eine groß angelegte Leseoffensive, die sich über mehrere Jahre hinziehen wird. Sie wird in vielen Facetten Maßnahmen, Projekte usw. initiieren und fördern, die dazu beitragen, die Lesekompetenz der Steirerinnen und Steirer zu steigern - in allen Altersgruppen, angefangen im Vorschulalter über das Schulalter bis zu den Erwachsenen. „Lesen ist ein elementares Kulturgut und lebensnotwendig", betont Lackner. „Wer nicht richtig lesen kann, kann auch nicht richtig schreiben und rechnen. Schwierigkeiten im Alltag, in der Berufswelt, bei der Weiterbildung, die in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle spielt, sind die Folge."

Angelika Enhuber (Regionale Bibliotheksbegleiterin in Liezen), Monika Fritz (Bibliotheksleiterin in Selzthal), Landesrätin Ursula Lackner, Hannes Ortner (Lesezentrum Steiermark), Gernot Hejlik (Bürgermeister Selzthal) © Land Stmk/Walter
Angelika Enhuber (Regionale Bibliotheksbegleiterin in Liezen), Monika Fritz (Bibliotheksleiterin in Selzthal), Landesrätin Ursula Lackner, Hannes Ortner (Lesezentrum Steiermark), Gernot Hejlik (Bürgermeister Selzthal)
© Land Stmk/Walter

DigiBib Steiermark: www.onleihe.at/digibib-stmk

Ein großer und zukunftsträchtiger Schritt ist „DigiBib Steiermark". Digitale Medien, wie etwa E-Books, E-Audios oder E-Paper, spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Daher sollen künftig die öffentlichen Bibliotheken in der Steiermark ihren Leserinnen und Lesern das Tor auch in die digitale Bücherwelt öffnen können. „Im September des Vorjahres ist die erste öffentliche Bibliothek online gegangen, heute feiern wir die 50.", freut sich Lackner. Das System ermöglicht das Ausleihen von digitalen Medien über das Internet, ganz bequem, mit nur wenigen Klicks von zu Hause aus, von der Couch oder vom Bett aus, ohne an die Öffnungszeiten der Bibliotheken gebunden zu sein. Derzeit verfügt DigiBib über einen Bestand von rund 25.000 Medien - Tendenz: stark steigend.

„Die Gemeindebücherei Selzthal, bis 1992 als Volksbücherei geführt, besteht seit dem Jahr 1947 und feiert somit gleichzeitig mit der Inbetriebnahme der DigiBib, das 70-jährige Bestandsjubiläum", sieht Bürgermeister Gernot Hejlik doppelten Grund zur Freude. Die Bücherei ist Montag von 16 bis 18 Uhr und Donnerstag von 10 bis 11 Uhr geöffnet, „die Volksschule und der Kindergarten besuchen die Bücherei auch außerhalb dieser Zeiten gegen Voranmeldung." Hejlik bringt sich gleich selbst als „DigiBib-Botschafter" ins Spiel: „Als Bürgermeister kommt mir die Einführung der DigiBib sehr entgegen, da ich beruflich sehr viel auf Reisen bin und durch E-Book und E-Paper keine sperrigen Bücher mehr im Reisegepäck Platz finden müssen. Darum bin ich natürlich ab sofort auch Nutzer der DigiBib Steiermark."

Rund 2500 Medien (Bücher, Spiele, Hörbücher) hat die Gemeindebücherei Selzthal derzeit im Angebot, „nun steht unseren BenutzerInnen auch die digitale Bücherwelt offen", betont Bibliotheksleiterin Monika Fritz. „Einmal registrieren und schon kann auf die derzeit rund 25.000 Medien umfassende Plattform DigiBib zugegriffen werden. Das zeigt, dass wir am Puls der Zeit sind!"

Regionale BibliotheksbegleiterInnen

Im Herbst haben außerdem in vier Pilotregionen sogenannte Regionale Bibliotheksbegleiterinnen ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit der öffentlichen Bibliotheken in den Regionen zu initiieren bzw. zu fördern - und auch, die Einführung von DigiBib Steiermark zu begleiten. Das ist eine große Herausforderung, denn die öffentlichen Bibliotheken werden von unterschiedlichen Organisationen getragen - in erster Linie von den Gemeinden. Daher arbeiten die BibliothekarInnen unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen: räumliche Situation, Budgets für Medienbeschaffung uvm. Dazu kommt, dass der Großteil der MitarbeiterInnen (etwa 80 Prozent) ehrenamtlich tätig ist.

„In unserem Bezirk gibt es seit mehr als 20 Jahren das Literatur Netzwerk Ennstal (LNE), dessen Stützpunkt die Bibliothek Liezen ist, in der ich auch als Bibliothekarin tätig bin. Bisher konnte dieses Netzwerk die teilnehmenden Bibliotheken mit Medien versorgen, die regelmäßig getauscht wurden. Seit der Regionalbetreuung ist der Kontakt zu den BibliothekarInnen intensiver", gibt Angelika Enhuber, Regionale Bibliotheksbegleiterin in Liezen, Einblick in ihre Tätigkeit. „Die BibliothekarInnen werden persönlich betreut und über Neuerungen informiert (Ausbildungen, Fortbildungen, DigiBib, Veranstaltungen ...). Dadurch werden sie in ihrer Arbeit gestärkt."

Das wird auch dadurch sichtbar, dass sich die Bibliotheken gerne an den von Landesrätin Ursula Lackner initiierten und vom Lesezentrum Steiermark koordinierten landesweiten Lesefesten im Herbst beteiligt haben - ebenso, wie sie nun bei den „Lies-was-Wochen" mitmachen, die von 15. Mai bis 30. Juni im ganzen Land stattfinden (Termine auf www.bücherhelden.at) und ihren Abschluss im 1. Steirischen Vorlesetag am 1. Juli finden.

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