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Land setzt auf Ausbau von Angeboten zur Ferienbetreuung für Kinder

Allen Eltern ein wohnortnahes und vor allem leistbares Ferienbetreuungsangebot für ihre Kinder anzubieten ist das Ziel einer Reihe von Initiativen von Ursula Lackner, Landesrätin für Bildung und Gesellschaft. 2018 wird ein Pilotprojekt starten, mit dem Gemeinden bei der Planung und Umsetzung solcher Angebote unterstützt werden sollen. Parallel dazu haben immer mehr Kinderbetreuungseinrichtungen auch während der Sommerferien geöffnet.

Neun Wochen Sommerferien - das ist für viele Kinder wohl die schönste Zeit im Jahr. Ihre Eltern stellt das aber häufig vor Probleme: Wer kümmert sich in dieser Zeit um den Nachwuchs, wenn sie selbst nicht so lange Urlaub haben? Wie können sie den Kindern einen abwechslungsreichen und kreativen Sommer voller bunter Erlebnisse bieten?

Die steirischen Gemeinden tragen dem Bedarf der Eltern zunehmend Rechnung. Zum einen mit speziellen Angeboten für (Schul-)Kinder, zum anderen aber auch durch die Ausweitung der Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen in den Sommermonaten. „Die Zahl der geöffneten Kinderkrippen und Kindergärten wächst von Jahr zu Jahr", verweist Ursula Lackner, Landesrätin für Bildung und Gesellschaft, auf eine Erhebung der Statistik Austria. Im Sommer 2016 hatten von den landesweit 983 Einrichtungen 709 ihre Pforten geöffnet, ein Jahr zuvor waren es noch 690. „Die Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor, grundsätzlich setzt sich der Trend aber fort", so Lackner.

Zugleich ist somit auch die Zahl der Schließtage gesunken: Durchschnittlich hatten die steirischen Kindergärten im Sommer 2016 10,2 Tage geschlossen - um 0,9 Tage weniger als 2015. Im Österreich-Vergleich liegt die Steiermark damit auf Platz zwei hinter Wien. Der bundesweite Durchschnitt lag bei  rund 12 Tagen.

Pilotprojekt ab 2018

Im Bereich der Bis-6-Jährigen wird die Steiermark dem Bedarf also schrittweise gerecht. Allerdings fehlt es neben punktuellen Angeboten an verlässlichen Strukturen für Schulkinder. Deshalb startet das Land Steiermark ein Pilotprojekt, mit dem Gemeinden dabei unterstützt werden, Betreuungsangebote in den Ferienmonaten zu planen und umzusetzen. Dieses wird im Sommer 2018 mit einer Pilotphase starten und soll nach einer Evaluierung im Jahr 2019 großräumig ausgeweitet werden. Ziel ist es, allen Eltern ein wohnortnahes und leistbares Ferienbetreuungsangebot für ihre Kinder zur Verfügung stellen zu können", so Lackner.

Ferienbetreuung in den Schulen

Unterstützung kommt auch vom Bund. Das Bildungsinvestitionsgesetz sieht neben dem Ausbau der Ganztagesbetreuung an Schulen auch vor, dass Kinder künftig auch im Sommer an den Schulen betreut werden sollen. Schulerhalter - also die Gemeinden - erhalten vom Bund in der Umsetzung Förderungen.

Land fördert Ferienaktionen in der Steiermark

Für viele Familien sind Feriencamps eine gute Lösung. Diese bieten Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, einen fröhlichen Sommer zu verbringen. Um die Anbieter der Sommerbetreuungsprogramme dabei zu unterstützen, ihr Angebot auszuweiten und für Familien leichter leistbar zu machen, hat Lackner im vergangenen Jahr die Förderungen ausgeweitet.

Mit Erfolg: Vor allem die tageweise Betreuung haben die steirischen Familien deutlich stärker genützt als in den vorhergehenden Jahren. 2380 Kinder besuchten im Sommer 2016 Ferienangebote ohne Übernachtung - um 830 mehr (plus 54 Prozent) als im Sommer 2015. „Das unterstreicht den Bedarf an verbindlichen Tagesstrukturen, dem mit unserem Pilotprojekt Rechnung getragen werden soll", so Lackner. 2460 Kinder erlebten Spiel, Spaß und Abenteuer auf mehrtägigen Camps mit Übernachtung, insgesamt verbringen 4840 Kinder den Sommer zumindest zeitweise bei Ferienaktionen.

Neues Fördermodell seit 2016

  • Basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre wird dem Bedürfnis, dass bereits 5-jährige Kinder Ferienbetreuung in Anspruch nehmen können, Rechnung getragen. Bisher war dies erst ab einem Alter von 6 Jahren möglich.
  • Ein wesentlicher Faktor für die Veranstalter ist, dass die Tagessätze sowohl für die Tagesbetreuung, als auch für die Betreuung mit Übernachtung deutlichen angehoben wurden. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich die Tagesbetreuung ohne Übernachtung, für die es statt bisher 1,60 Euro nun 2 Euro pro Tag und Kind gibt, was einer Anhebung um 25 Prozent entspricht. Bei Betreuung mit Übernachtung gibt es für die Veranstalter nun statt 2,60 Euro 2,90 Euro Förderung pro Tag und Kind (+11,5 Prozent).
  • Eine weitere Verbesserung stellt die Vorverlegung der Einreichfrist für Veranstalter auf den 30. November (bisher 31. März) dar. „Dadurch können die Familien viel besser planen", begründet Lackner diese Maßnahme.

Sozial gestaffelte Förderungen für Familien

Zudem gibt es vom Land Steiermark sozial gestaffelte Unterstützungen für Familien, die Ferienbetreuungsangebote in Anspruch nehmen. Je nach Pro-Kopf-Einkommen und Länge der Ferien beträgt die Beihilfe bis zu 385 Euro.

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