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WINDMASCHINE GEGEN SPÄTFROST

Presseinformation vom 15.12.2017

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. © Peter Schwappach / Creative Commons
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© Peter Schwappach / Creative Commons

Aufgrund der Wetterkapriolen der letzten Jahre ist die steirische Landwirtschaft massiv in Bedrängnis geraten. So hat vor allem Spätfrost die heimischen Wein-, Apfel- und Spezialkulturen in den letzten zwei Jahren schwer getroffen: Das Schadensvolumen beträgt rund 400 Millionen Euro. Daher gab Agrarlandesrat Johann Seitinger wegen den immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen die Entwicklung eines eigenen Krisenplans in Auftrag, in dem insgesamt vier Kernpfeiler als Maßnahmen angeführt sind. Zu den Hauptpunkten zählen dabei technische Maßnahmen wie der Einsatz von Frostberegnungsanlagen, Paraffinkerzen oder Windmaschinen, sowie klimaangepasste Genetik (Pflanzenzüchtungen) und die Ausarbeitung leistbarer und qualitativ hochwertiger Versicherungsmodelle. Ein weiterer Punkt ist die moderne Prognosedatenübermittlung im Bereich der Meteorologie und Geodynamik.

Bezüglich der technischen Maßnahmen zur Spätfrostbekämpfung kommt in der Versuchsstation in Haidegg neben Forstberegnungsanlagen und Paraffinkerzen nun erstmals auch eine Windmaschine zum Einsatz.

Agrarlandesrat Johann Seitinger: „Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran, weswegen wir jede denkbare Minute dazu nutzen, um gegen extreme Wetterphänomene anzukämpfen. Die Installation der neuen Windmaschine ist dabei ein erstes wichtiges Praxisforschungsprogramm."

Da sich die kalte Luft, die für das Absterben der Pflanzenblüten verantwortlich ist, in Bodennähe befindet, wird mithilfe der Windmaschine eine Vermischung der wärmeren Luft in oberen Schichten künstlich herbeigeführt. Dadurch werden kalte Luftschichten verdrängt und die Lufttemperatur erhöht.

„Diese Maßnahme hat auch eine Vorbildwirkung und soll auf europäischer Ebene den Erfahrungsaustausch im Bereich der Katastrophenprävention vorantreiben", so Seitinger, der die internationale Bedeutung der Versuche in Haidegg abschließend betont.

Die Planungsarbeiten wurden bereits durchgeführt. Die notwendigen Genehmigungen und Baubewilligungen für das Errichten der Windanlage werden in Kürze vom Magistrat Graz ausgestellt.


Viktor Milosevic, MA, Büro Landesrat ÖK.-Rat Johann Seitinger, Tel. (0316) 877-2638, Mobil: 0676-86662638, E-Mail: viktor.milosevic@stmk.gv.at

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