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Mehr Beschäftigung für Menschen mit Behinderung

Graz, 01. März 2018

Gemeinsame Offensive des Landes Steiermark und der Wirtschaftskammer:

v.l.n.r. Josef Herk und Doris Kampus © steiermark.at/janderka
v.l.n.r. Josef Herk und Doris Kampus
© steiermark.at/janderka

Von der guten Wirtschaftsentwicklung in der Steiermark und der größeren Nachfrage nach Arbeitskräften profitieren bedauerlicherweise einige Personengruppen nicht. Dazu gehören vor allem Steirerinnen und Steirer, die eine Behinderung haben. Soziallandesrätin Doris Kampus und der Präsident der Wirtschaftskammer, Josef Herk, haben daher ein Sechs-Punkte-Maßnahmenpaket für jene Menschen geschnürt, die es in ihrem Leben und auch am Arbeitsmarkt oft besonders schwer haben. „Unser großes Ziel ist es, mehr Menschen mit Behinderung in Beschäftigung zu bringen", erläutert Soziallandesrätin Kampus. Wirtschaftskammer-Präsident Herk unterstreicht, „dass die Integration von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen ist."

11.599 Steirerinnen und Steirer mit einer Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen waren im Jänner 2018 laut Arbeitsmarktservice AMS auf Arbeitssuche. Weitere 4.200 Menschen mit Behinderung sind in einer Werkstätte einer Trägereinrichtung tätig. „Arbeit ist für alle Menschen, aber besonders für Menschen mit Behinderung von zentraler Bedeutung. Sie verdienen damit Geld, aber sie erhalten damit auch individuelle und gesellschaftliche Anerkennung", erläutert Soziallandesrätin Doris Kampus. Das Land Steiermark hat deshalb bereits in der Vergangenheit eine Vielzahl von Projekten für die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Lebensbereich Arbeit umgesetzt.

„Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen bestätigen die Problematik, dass es Menschen mit Behinderung trotz guter Konjunktur schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden", erläutert die Soziallandesrätin weiter. Während die Arbeitslosigkeit Ende Jänner insgesamt um 7,7 Prozent zurückgegangen ist, fällt der Rückgang bei Menschen mit Behinderungen mit 1,6 Prozent wesentlich geringer aus.

 „Diese Zielgruppe ist eine besondere Herausforderung. Wir wissen, dass es notwendig ist, Hürden für die Wirtschaft abzubauen", betont Kampus. Das Land Steiermark und die Wirtschaftskammer werden daher ein Sechs-Punkte-Programm, das das Ausmaß an Beschäftigung von Menschen mit Behinderung dauerhaft erhöhen soll, umsetzen. Es besteht aus den folgenden Maßnahmen und Initiativen:

  • Um die Bevölkerung, aber insbesondere Unternehmerinnen und Unternehmer für das Thema Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt weiter zu sensibilisieren, starten Land und Wirtschaftskammer eine Informationsoffensive zur Bewusstseinsbildung.
  • Jene Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich in vorbildlicher Weise um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bemühen, werden als behindertenfreundliche Betriebe ausgezeichnet, um weitere Betriebe zur Nachahmung zu motivieren. Ausgewählt werden die Preisträger von einer inklusiven Jury.
  • Die Wirtschaftskammer richtet ein eigenes Hotline-Service für Fragen zum Thema Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ein. 
  • Um die Integration von Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt zu fördern, werden mehrere Pilotprojekte gestartet. Im Projekt „Step by Step II" der Lebenshilfe werden Menschen mit Behinderung angestellt und arbeiten bei verschiedenen Unternehmen. Für diese Menschen bedeutet es, dass sie kollektivvertraglich beschäftigt werden und somit sozialversicherungsrechtlich abgesichert sind. Der Vorteil für die Unternehmen, aber auch die Betroffenen besteht darin, dass sie sich kennenlernen und eine Basis für eine gute Zusammenarbeit entwickeln können - und das mit dem Ziel dauerhafter Beschäftigung. 
  • Im eigenen Verantwortungsbereich des Sozialressorts wird das bestehende Ausbildungszentrum in Graz-Andritz modernisiert und den Bedürfnissen der Betroffenen und der Wirtschaft angepasst. Für junge Menschen mit Behinderung zwischen 15 und 25 Jahren werden neue Ausbildungsformate, zum Beispiel im Bereich von IT und Digitalisierung, geschaffen. Im Sinne einer modularen Ausbildung werden ergänzende Angebote etabliert. 
  • Künftig werden soziale Kriterien, wie beispielsweise die Beschäftigung von Menschen mit  Behinderung,  bei der Gewährung von Förderungen des Sozialressorts angewendet. Konkret sollen damit positive Anreize geschaffen werden, sodass mehr Menschen mit Behinderung dauerhaft am Erwerbsleben teilhaben. 
  • Die Euroskills 2020, die in Graz ausgetragen werden, sollen für Menschen mit Behinderung eine Bühne bieten, um als Teil der Leistungsschau ihre beruflichen Kompetenzen zu zeigen. Auf diese Weise können Berührungsängste abgebaut und insbesondere Arbeitgeber auf die Leistungen junger Menschen mit Behinderung aufmerksam gemacht werden. Ihre Mitwirkung soll richtungsweisende Impulse liefern, um Berufswettbewerbe in Zukunft inklusiv zu gestalten.


„Die Wirtschaftskammer steht trotz globalisiertem Erfolgsdruck für eine soziale Arbeitswelt und für soziale Verantwortung ein. Auch der Umstand, dass einige Menschen nicht in der Lage sind, die volle Arbeitsleistung zu erbringen, muss Berücksichtigung finden. Dafür benötigen die Unternehmen aber auch selbst Unterstützung",  betont Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk.

Für Soziallandesrätin Doris Kampus ist klar, „dass uns nur eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Land, der Wirtschaftskammer und den steirischen Unternehmen dem Ziel näher bringt, mehr Menschen mit Behinderung in Beschäftigung zu bringen und somit zu einer inklusiven Steiermark auch in der Welt der Arbeit zu kommen. Mein Dank gilt allen, die sich daran beteiligen und dabei mithelfen."

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