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WOLF VOR HOFTÜR

Presseinformation vom 28.05.2018

Wolf reißt Mutterschaf vor den Augen des Besitzers

v.l.n.r.: Kammerobmann Andreas Steinegger, Abg.z.NR Bgm. Andreas Kühberger, Hegemeister Herbert Kroiss, Amtstierarzt Mag. Gerd Kaltenegger © Norbert Ortner
v.l.n.r.: Kammerobmann Andreas Steinegger, Abg.z.NR Bgm. Andreas Kühberger, Hegemeister Herbert Kroiss, Amtstierarzt Mag. Gerd Kaltenegger
© Norbert Ortner

Immer häufiger kommt es in der Steiermark zu Wolfssichtungen und dramatischen -rissen. Während sich die bisher bekannten Fälle auf Grenzregionen konzentrierten, wurde vergangenen Sonntag ein Landwirt aus dem Bezirk Leoben durch die verzweifelten Laute seiner Schafe aufgeschreckt. Der Grund: Keine 100 Meter von seinem Hof entfernt riss ein Wolf vor seinen Augen auf brutalste Weise ein Mutterschaf. Der betroffene Landwirt konnte seinen Augen nicht trauen, als er am helllichten Tag um etwa 10 Uhr vormittags zusehen musste, wie der Wolf „eines der wertvollen Schafe blutrünstig riss". Als das Raubtier den Bauern wahrnahm, flüchtete es in den Wald.

Vor allem die Steirischen Almbauern sind durch die angespannte Situation stark verunsichert. So weigern sich diese zunehmend, ihre wertvollen Zuchttiere auf Almen zu treiben. Dass die Situation auch im Kontext einer künftigen Almbewirtschaftung dramatische Folgen nach sich zieht, steht daher außer Zweifel. Gerade auf Almen, die höchst erosionsgefährdet sind und wo die Lawinenbedrohungen von Jahr zu Jahr zunehmen, ist die Bewirtschaftung von existenzieller Bedeutung und von hoher volkswirtschaftlicher Notwendigkeit. Die Alternative dazu sind teure Lawinenverbauungen zum Schutz der Lebens- und Siedlungsräume. Die Dramatik ist aber deshalb so groß, weil sich eine nicht bewirtschaftete Graslandschaft zu einem hochgefährlichen Rutschhang entwickeln kann.

Die von verschiedensten Tierschutzorganisationen immer wieder eingebrachten Vorschläge der Einzäunung von Almen sind in Berg- und Gebirgsgebieten ebenso unmöglich wie eine dauerhafte Bewachung durch Hirten.

In der Steiermark werden rund 2.000 Almen bewirtschaftet, die letztlich nicht nur einen wichtigen Teil des Ökosystems darstellen, sondern auch in Hinblick auf Tourismus und Landwirtschaft bedeutend sind. Aggressive Prädatoren wie der Wolf, Luchs und Bär sind daher potenzielle Gefahrentiere für eine funktionierende Almwirtschaft.

Agrarlandesrat Johann Seitinger: „Dieser Zwischenfall ist ein klarer Beweis dafür, dass Wölfe auch vor Haus und Hof nicht Halt machen und ihre Aggressivität voll zum Ausdruck bringen."

Andreas Steinegger, Kammerobmann Leoben, und Andreas Kühberger, Abgeordneter zum Nationalrat, machten sich gemeinsam mit dem zuständigen Amtstierarzt und Hegemeister vor Ort ein Bild von der dramatischen Situation. Kühberger dazu: „Als Vater von Kleinkindern ist meine Sorge durch diesen Wolfsriss in unmittelbarer Nähe zum bewohnten Gebiet extrem gestiegen. Es kann nicht sein, dass der Naturschutz Forderungen an die Agrarvertretung stellt, aber im Hintergrund bei längst notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier weder politisch mitziehen, noch bezahlen will. Hier wird vehement verhindert, obwohl wir längst Lösungen für morgen brauchen. Wölfe haben ihre Scheu vor dem Menschen verloren, vermehren sich stark und richten zunehmend massive Schäden an. Wir sind uns einig, dass zukünftig Problemwölfe auf Basis eines bundesweiten Managementplans entnommen werden müssen. Ich ersuche Naturschutz-Landesrat Anton Lang hier einzulenken und mit uns gemeinsam an einem Strang zu ziehen!"

Auch die Tatsache, dass der Wolf seine Tat in unmittelbarer Nähe zum Hof begangen hatte, lässt die Alarmglocken schrillen. Immerhin ging man bisher davon aus, dass Wölfe die Zivilisation eher meiden. Besonders besorgniserregend ist die Situation für Familien mit Kindern. „Wenn man nicht einmal mehr rund um das eigene Haus vor Wölfen sicher ist, ist es an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen", so Seitinger abschließend.


 


Viktor Milosevic, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat ÖK.-Rat Johann Seitinger, Tel. (0316) 877-2638, Mobil: 0676-86662638, E-Mail: viktor.milosevic@stmk.gv.at

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