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TAUCHENBACH GEBÄNDIGT

Presseinformation vom 08.06.2018

Hochwasserunglück mit tragischem Todesfall in Pinggau löste Sofortinvestition in Hochwasserschutz aus

v.l.n.r.: LAbg Lukas Schnitzer, LR Seitinger, Bgm. Leopold Bartsch, DI Reinhard Ribitsch (WLV), DI Anton Henle (Projektplanung Fa. Alpinfra) © Lebensressort / honorarfrei
v.l.n.r.: LAbg Lukas Schnitzer, LR Seitinger, Bgm. Leopold Bartsch, DI Reinhard Ribitsch (WLV), DI Anton Henle (Projektplanung Fa. Alpinfra)
© Lebensressort / honorarfrei

Der Tauchenbach führte in der Vergangenheit nach starken Regenfällen immer wieder zu Überflutungen im Talausgang im Siedlungsbereich Lafnitzdorf. Das letzte große Ereignis am 14. Juni 2010 forderte sogar ein Todesopfer und führte im betroffenen Gebiet zu enorm hohen Sachschäden. Um eine große Hochwasserwelle im Einzugsgebiet Tauchenbach (gerechnet wurde mit einem Ereignis, das im statistischen Mittel einmal in 100 Jahren auftritt - also HQ100) schadlos ableiten zu können, musste die Abflusssituation wesentlich verbessert werden.

Das große Schutzprojekt am Tauchenbach wurde im Frühjahr fertiggestellt und von Landesrat Johann Seitinger, Bürgermeister Leopold Bartsch sowie Reinhard Ribitsch von der Wildbach- und Lawinenverbauung feierlich eröffnet. Von 2011 bis 2018 wurden ein Rückhaltebecken sowie ein Wildholzrechen errichtet und das Gerinne ökologisch gestaltet. Die Projektkosten von 4,6 Millionen Euro wurden vom Bund (58 Prozent), dem Land Steiermark (20 Prozent), dem Land Burgenland (1 Prozent), der Gemeinde Pinggau (14 Prozent) und der Landesstraßenverwaltung (7 Prozent) investiert.

Im Vorfeld wurden umfangreiche Voruntersuchungen angestellt und verschiedene Varianten entwickelt. Das nun umgesetzte Konzept ist eine Kombination aus verschiedenen Funktionstypen: Das Rückhaltebecken dient dem Hochwasserrückhalt eines 100-jährlichen Hochwassers. Vereinfacht gesagt hat es den Zweck, die einströmenden Wassermassen zurückzuhalten und nur gezielte Mengen abzulassen. Das Becken hat bei einer Stauhöhe von 11,5 Metern ein Volumen von 221.000 Kubikmetern, das Absperrbauwerk ist 130 Meter lang. Dies ergibt eine eingestaute Fläche von 4,5 Hektar, was mehr als sechs Fußballfeldern entspricht. Die Hochwasserwelle wird hier gedämpft und nur teilweise durchgelassen. Ein Holzrechen (Filtersperre) filtert mitgeführte Holzstämme und grobes Geschiebe (Gestein und Schlamm) heraus, damit es später unter Brücken und engeren Durchlässen nicht zu Verstopfungen kommt. Das Gerinne selbst wurde auf 550 Laufmetern flussabwärts des Rückhaltebeckens ausgebaut, um die Wassermassen entsprechend abführen zu können, und nach ökologischen Kriterien gestaltet.

Durch die Schutzmaßnahmen wird der Siedlungsbereich Lafnitzdorf am Talausgang Tauchenbach und das Gewerbegebiet „Süd" nördlich der Autobahn geschützt. „Investitionen in den Schutz vor Naturgefahren sichern nicht nur Lebensraum und Infrastruktur, sondern erzielen in der Region auch Wertschöpfung und schaffen Arbeitsplätze", erklärt Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger. Darüber hinaus ergibt sich durch die Schutzwirkung mittels Hochwasserretention am Tauchenbach eine überregionale Schutzwirkung über das gesamte Einzugsgebiet der Pinka.

Landesrat Johann Seitinger: „Nicht nur ob dem dramatischen Todesfall vor etwa acht Jahren hat dieses Rückhaltebecken im Hinblick auf die Sicherheit der Menschen eine Sonderstellung, sondern weil es noch vor seiner offiziellen Eröffnung zwei Härtetests überstanden und seine Schutzwirkung bewiesen hat."

Auch Reinhard Ribitsch von der Wildbach- und Lawinenverbauung, Steiermark Ost, betont die Bedeutung des Hochwasserschutzes und meint: „Indem das Bauwerk letzte Woche gleich zwei Mal beansprucht wurde, hat es sich jetzt schon bewährt. Insofern sieht man die Notwendigkeit dieser Schutzmaßnahme sehr deutlich."

„Das Rückhaltebecken ist eine Investition in die Zukunft, zumal es Sicherheit für die hier lebenden Menschen gewährleistet und massive Schäden in den Bereichen Wohnen, Wirtschaft und Infrastruktur verhindert", so der Pinggauer Bürgermeister Leopold Bartsch.

 

Rückfragehinweis:

DI Reinhard Ribitsch

Ziegelofenweg 24,

8600 Bruck an der Mur 

T: +43 (3862) 519 57 - 23

reinhard.ribitsch@die-wildbach.at


 


Viktor Milosevic, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat ÖK.-Rat Johann Seitinger, Tel. (0316) 877-2638, Mobil: 0676-86662638, E-Mail: viktor.milosevic@stmk.gv.at

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