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Plumpes Manöver, um von aktuellen Problemen abzulenken

LRin LACKNER ZUM KOPFTUCHVERBOT

Gerade einmal drei Monate ist es her, dass das Kopftuchverbot für Kinder in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen diskutiert wurde. Jetzt, wo die Regierung die Mittel für den weiteren Ausbau des Kindergartenangebotes sowie der Ganztagsschule reduziert und zugleich den 12-Stunden-Arbeitstag einführt, kramt sie es wieder aus der Mottenkiste.

„In Hinblick darauf, dass Kinder einen besonderen Schutz bedürfen, bin ich für dieses Kopftuchverbot", hat Ursula Lackner, steirische Landesrätin für Bildung und Gesellschaft, schon im April klargemacht. Daher wird es auch Teil der Novelle des steirischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes sein, die noch im Sommer in die Begutachtungsphase geht. „Die Regelung gibt Mädchen aus muslimischen Familien die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit in Hinblick auf ihre Religion und ihre weibliche Identität selbst zu entwickeln. Das gilt aber nicht nur für die Bis-Zehn-Jährigen, sondern bis zum Ende der Schulpflicht. Den Mädchen diesen Freiraum zu schaffen zählt zu den Aufgaben der elementaren Bildungseinrichtungen und der Schule."

Kopftuchverbot alleine ist keine wirksame Integrationsmaßnahme

„Wer glaubt, dass mit einem Kopftuchverbot Integration verstärkt wird, irrt", betont Lackner aber auch. „Ein Kopftuchverbot alleine ist keine wirksame Integrationsmaßnahme". Es brauche zusätzlich:

  • den Ausbau der Schulsozialarbeit, um die Kinder in der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit zu helfen
  • Ressourcen für die Verstärkung der Elternarbeit, um ihnen den Weg in die Schulpartnerschaft zu erleichtern
  • die Stärkung der PädagogInnen, um ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit Vielfalt und Pluralität zu geben.

Aktuelle Diskussion ist plumpes Ablenkungsmanöver

Die Diskussion soll wohl den Blick auf das Wesentliche versperren. In Hinblick auf die gesellschaftlichen Notwendigkeiten lässt die türkis-blaue Bundesregierung völlig aus: „Nach wie vor gibt es keine Klarheit, wie es mit der frühen Sprachenförderung und dem Gratiskindergartenjahr weitergehen wird. Stattdessen wird angekündigt, die Mittel für den weiteren Ausbau des Kindergartenangebotes sowie der Ganztagsschule zu reduzieren. Das geht an der Realität vorbei, vor allem, wenn zeitgleich ein 12-Stunden-Arbeitstag durchgepeitscht wird."

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