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STEIERMARK – BEWUSST AUF DEM HOLZWEG

Presseinformation vom 13.02.2019

Bauen für Menschen, Wirtschaft und Klima

v. l. n. r.: LR Ök.-Rat Johann Seitinger, GF proHolz Steiermark Mag. Doris Stiksl, MSc., DI Claudia Gerhäusser, Univ.-Prof. DI Dr. Gerhard Schickhofer, TU Graz © Jimmy Lunghammer
v. l. n. r.: LR Ök.-Rat Johann Seitinger, GF proHolz Steiermark Mag. Doris Stiksl, MSc., DI Claudia Gerhäusser, Univ.-Prof. DI Dr. Gerhard Schickhofer, TU Graz
© Jimmy Lunghammer
„Von der Wissenschaft bis zur Forschung ist es uns gelungen den Holzbau von fünf auf rund 30 Prozent zu erhöhen“, hält Landesrat Johann Seitinger stolz fest. © Jimmy Lunghammer
„Von der Wissenschaft bis zur Forschung ist es uns gelungen den Holzbau von fünf auf rund 30 Prozent zu erhöhen“, hält Landesrat Johann Seitinger stolz fest.
© Jimmy Lunghammer
Das präsentierte Holzbaubuch mit dem Titel "Bauen für Menschen und Klima" © Jimmy Lunghammer
Das präsentierte Holzbaubuch mit dem Titel "Bauen für Menschen und Klima"
© Jimmy Lunghammer

Für die Steiermark zählen der Wald und das Holz zu den wichtigsten Lebensadern. Mit zwei Drittel Waldanteil hat die Steiermark eine führende Rolle im Bereich der Holztechnologie und des Holzbaues, die weit über die Grenzen Österreichs hinaus geschätzt wird. Seit 15 Jahren wird in der Steiermark intensiv daran gearbeitet, dem Wertstoff Holz einen würdigen Rahmen zu geben.

 

Holz-Hotspot Steiermark: Der Weg an die Spitze

Dazu wurde bis dato sehr viel in Forschung, Entwicklung, Qualität und Architektur sowie den breiten Verwendungsmöglichkeiten des Wertstoffes Holz investiert. Als Holzland Nummer eins in Österreich findet der Wert- und Baustoff Holz eine breite Anwendung: Von der Pharmazie über die Energie bis zum Dämmstoff, vom Brennstoff bis zu Möbel von morgen und bis zum Baustoff Holz als wichtiger Teil in der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Landesrat Johann Seitinger zu dieser hervorragenden Entwicklung: „Der Wald liefert uns den genialen Wertstoff Holz. Darüber hinaus wurden in der Steiermark Voraussetzungen geschaffen, die es ermöglichen, dass Holz als Baustoff erfolgreich in den wichtigsten Lebensbereichen zum Einsatz kommen kann."

 

Holz im Wohnbau ist gelebter Klimaschutz

Der Schwerpunkt war aber Holz als nachhaltigen Baustoff so zu positionieren, dass es neben seiner positiven Wirkung auch seine architektonischen Reize zum Ausdruck bringt. Wird mit Holz gebaut, so entsteht in unseren Städten und Dörfern ein so genannter „zweiter Wald" und damit ein beträchtlicher Kohlenstoffspeicher, der die Umwelt entlastet. Denn jeder Kubikmeter verbautes Holz speichert Kohlenstoff aus einer Tonne CO2 - ein positiver Klimaschutzeffekt entsteht. Wichtige Voraussetzung für die errechneten positiven Klimaschutzeffekte ist, dass die Holznutzung nicht über dem Zuwachs liegt. Wird der Holzbau in Österreich als Klimaschutzmaßnahme forciert, besteht keine Gefahr der Übernutzung der Wälder. In Summe bringt die aktuelle Holzbauquote in Österreich bereits eine Reduktion von 3,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, das entspricht der durchschnittlichen Jahresemission von 2,2 Millionen Kraftfahrzeugen. Landesrat Johann Seitinger zur Bedeutung des Holzbaues für den Klimaschutz: „Wir sind die letzte Generation, die noch etwas gegen den Klimawandel tun kann. Der Einsatz von Holz im Bau ist gelebter Klimaschutz."

Von der Wissenschaft bis zur Produktentwicklung

Die breiten Verwendungsmöglichkeiten und die überaus hohe Qualität des Baustoffes Holz zeigen sich insbesondere in konkreten Zahlen im Wohnbau. Als Pionier hat sich die Steiermark bereits frühzeitig und intensiv für den Baustoff eingesetzt. Das Interesse vieler anderer österreichischen Bundesländer sowie über die Grenzen unseres Landes hinaus zeigt, dass die Steiermark nicht nur auf dem richtigen Weg ist, sondern sogar Trendsetter auf diesem Gebiet ist. Dazu leisten nicht nur die TU Graz den sich ständig weiterentwickelnden Input, sondern auch die heimischen Holzbaubetriebe, die von ihren Kunden mit Höchstnoten bewertet werden, einen wichtigen Beitrag. „Von der Wissenschaft bis zur Forschung ist es uns gelungen den Holzbau von fünf auf rund 30 Prozent zu erhöhen", hält Landesrat Johann Seitinger stolz fest.

 

Ausbildungsoffensive pro Holz Lernen für´s Klima

Die Wertschöpfungskette Holz zählt mit 55.000 Arbeitsplätzen in den unterschiedlichsten Berufsfeldern zu den größten Arbeitgebern Österreichs. Ein Ziel von proHolz Steiermark ist es daher Holzwissen in die Ausbildungsstätten zu tragen und in den Lehrplänen zu verankern. Die Steiermark hat hier Pionierarbeit geleistet. So wurde die erste Holz NMS in Graz gestartet. Bereits nach drei Jahren wurde dieses Modell drei Mal von anderen Bundesländern kopiert und auch Frankreich arbeitet derzeit daran dieses Konzept zu übernehmen. Damit Holz bereits im Entwurf- und Planungsprozess berücksichtig wird, wurde im Vorjahr die erste Professur für Holzbau und Architektur auf der TU Graz installiert und mit dem Holzbauexperten Tom Kaden besetzt. Die Nachfrage am Lehrangebot ist bei den Studierenden ungebrochen, wie laufend ausgebuchte Seminare und Kurse belegen. Im Bereich der Holzbautechnologie hat die TU Graz mit Prof. Schickhofer Produktentwicklungen hervorgebracht, die heute Millionen Euro Wertschöpfung generieren, Arbeitsplätze und ein gutes Klima sichern. „Holz ist der älteste, natürlichste und fortschrittlichste Werkstoff der Welt und in keiner anderen Branche funktioniert das Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie so gut. Es ist an der Zeit, das Wissen um diesen Stoff wieder in den Ausbildungsstätten zu installieren. Das ist ein Gewinn für die Wirtschaft, das Klima und die Gesundheit", so proHolz-Steiermark Geschäftsführerin Mag. Doris Stiksl, MSc

 

„Product Development by Nature"

Die Bauwirtschaft ist bekanntlich einer der Hauptverursacher von Treibhausgasen. So sind Bauwerke für rund 36 Prozent der CO2-Emissionen und für rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Europa verantwortlich. Das hoch ambitionierte, aber für notwendig erachtete, EU-Ziel einer 40-prozentigen Reduktion der Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2030 kann nur dann erreicht werden, wenn sich die Bauwirtschaft ihrer Rolle und Verantwortung bewusst wird und Schritte zur Reduktion setzt. Der gesamten holzbasierten Wertschöpfungskette - vom Forst bis hin zum Baubereich - wird dabei eine Schlüsselrolle zukommen, da Holz bekanntermaßen das größte Potenzial hinsichtlich einer CO2-Reduktion - Senke | Speicher | Substitution (die 3S der CO2-Reduktion) - besitzt.

Im Sinne des Klimaschutzes ist daher ein Umdenken hin zu einer stofflichen Nutzung von Holz und Holzwerkstoffen im Baubereich unumgänglich. Es geht um nicht weniger, als das europäische, ja weltweite Baugeschehen auf die verstärkte Verwendung der nachhaltig nutzbaren und nachwachsenden Ressource Holz umzustellen. Die Forschung- und Entwicklungstätigkeit ist die Basis für die Weiterentwicklung der Materialien und der Einsatzmöglichkeiten. Ebenso wichtig ist es, diese Innovationen in die praktische Umsetzung in die heimischen Unternehmen zu bringen.  „Jede Form des Bewusstmachens, das uns von der Natur mit dem Werkstoff Holz ein Lösungsangebot zur CO2-Reduktion vorliegt, ist daher zu nutzen. In diesem Sinne ist es ein Gebot der Stunde pro Holz zu sein und alle diesbezüglichen Aktivitäten mit Rat und Tat zu unterstützen", unterstreicht Univ.-Prof. DI Dr. Gerhard Schickhofer von der TU Graz.

 

Und wie geht's weiter mit dem Holz in der Steiermark?

Die Steiermark setzt auch in Zukunft auf den altbewährten, innovativen und klimafreundlichen Wertstoff Holz, der Mehrwert und Arbeitsplätze in den Regionen schafft. Neben Forschung & Entwicklung sollen auch die dazugehörige Ausbildung weiter vorangetrieben werden. Auch muss man die volkswirtschaftliche Dimension der Holzwirtschaft näher betrachten. Ein weiterer Zukunftsbereich soll ein massiver Einsatz des Wertstoffes Holz bei sensiblen Bauten wie Pflegeheimen, Kindergärten etc. sein. Auch wird ein Augenmerk auf die Installationstechnik gelegt sowie eine verstärkte Bewerbung der steirischen Holz-Referenzprojekte. Eine Dokumentation der vielfältigen Anwendungsbeispiele des Baustoffes Holz präsentiert das soeben erschienene Buch „Bauen für Menschen und Klima".Mein Ziel als Landesrat ist es, diesen genialen Wertstoff vermehrt in den öffentlichen Raum, im Wohnbau und im Rahmen neuer Technologien einzusetzen. Denn wir müssen weiterhin innovativ bleiben, um das enorme Potential des steirischen Holzes zukünftig noch weiter ausschöpfen zu können", resümiert Landesrat Johann Seitinger.

 

Holzbau-Buch „Bauen für Menschen und Klima"

Bau Gutes und schreibe darüber! „Bauen für Menschen und Klima" vermittelt verständlich und bildstark architektonische Qualitäten. Nicht jeder hat sofort den Blick für räumliche Besonderheiten und interessante Material-Parameter. Die Beispiele im Buch lassen jeden das Material Holz für sich entdecken. In 40 Beispielen wird die Flexibilität und Einsatzfähigkeit von Holz gezeigt. Man erfährt mehr über Klimawirkung, Baurekorde und Menschlichkeit des Holzes. Die Pionierprojekte in der Steiermark, die im Holzbau architektonisch bis heute umgesetzt werden konnten, sind im Buch versammelt - es dient zum Vorbild und regt an sich mit dem Baustoff Holz auf lange Sicht zu beschäftigen. Gerade neue Generationen - die Baubranche, die Politik und die Auftraggeber - müssen über die Möglichkeiten von Holz in voller Breite Bescheid wissen. „Das Holzbau-Buch ‚Bauen für Menschen und Klima‘ entstand als einfach zugängliche Publikation, die Impulse gibt und die wichtigsten Eigenschaften des Baustoffs für die Architektur auf den Punkt bringt", fasst die Redakteurin DI Claudia Gerhäusser die Idee des gelungenen Buches zusammen.


Michael Riegelnegg, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat Ök.-Rat Johann Seitinger, Tel. 0316-877 2638
Mobil: 0676/86662638, Mail: michael.riegelnegg@stmk.gv.at, Externe Verknüpfung www.lebensressort.steiermark.at

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