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WIE WOHNEN HERR UND FRAU STEIRER KÜNFTIG?

Presseinformation vom 26.02.2019

Das Steirische Wohnbausymposium "Wohnen 2049" findet auf Initiative von Landesrat Seitinger Antworten auf die Zukunft des Wohnens in der Steiermark

v.l.n.r.: FH-Dozent Dr. Wolfgang Amann, Univ.-Prof. Dipl.-Des. Tom Kaden, Dr. Tatjana Fischer, LR Ök.-Rat Johann Seitinger, GF Andrea Baidinger, Dipl.-Ing. Dr. Andrea Jany, Moderatorin Birgit Zeisberger und Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Schleicher © Katarina Pashkovskaya
v.l.n.r.: FH-Dozent Dr. Wolfgang Amann, Univ.-Prof. Dipl.-Des. Tom Kaden, Dr. Tatjana Fischer, LR Ök.-Rat Johann Seitinger, GF Andrea Baidinger, Dipl.-Ing. Dr. Andrea Jany, Moderatorin Birgit Zeisberger und Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Schleicher
© Katarina Pashkovskaya

Die Veränderung der Bedürfnislandschaft der Menschen ist schon fast zur Mode geworden. Sie erfolgt in immer kürzeren Zeitabständen. Im Besonderen gilt das auch für das Wohnen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig und damit auch zur großen Herausforderung geworden. Demografische und gesellschaftliche Entwicklungen, ein neuer Zugang zu Mobilität, der Trend zur Urbanisierung sowie Technologieentwicklungen spielen zunehmend eine größere Rolle. Lebensbeziehungen verkürzen sich, technische Fortschritte überfallen uns im Minutentakt, die Mobilität von morgen ist völlig anders zu denken, Arbeitsverhältnisse sind flexibler geworden und auch für das Essen und Trinken gilt heute schon fast das Just in time-Prinzip und wir laufen einer gigantischen demographischen Entwicklung hinterher, um nur einige Beispiele zu nennen.

Doch was bedeutet das nun für den Wohnbau, für die Architektur und für die künftige Gestaltung der Wohnbauförderung? Wie kann unter all diesen Gesichtspunkten das Heute auf die nächsten 30 Jahre übertragen werden, damit Wohnen leistbar, attraktiv und generationsgerecht bleibt?

Lebenswerte und leistbare Steiermark

Zahlreiche Zukunftsforscher prognostizieren einen Bauboom in den Städten -  der Trend geht in Richtung Smart Cities: Arbeiten, Wohnen und Freizeit an einem Platz. Die Nachfrage nach Mikrowohnungen steigt. Daran angeschlossen ist unweigerlich die Frage der Leistbarkeit. Leistbares Wohnen ist auf der Bedürfnispyramide unbestritten ganz oben zu finden. Landesrat Johann Seitinger zum Thema: „Für die Zukunft des Wohnens in der Steiermark gelten folgende drei bedeutende Leitsätze: Ein Angebot das - sowohl im privaten als auch im geförderten Wohnbau - der Nachfrage der Steirerinnen und Steirer nach leistbarem Wohnraum gerecht wird, eine möglichst hohe Grundrissflexibilität, die sich an die sich ändernden Lebensbedingungen der Menschen anpassen lässt, und kleine, kompakte Wohneinheiten, die Leben und Arbeiten an einem Platz ermöglichen. Zudem gewinnen der Klimaschutz, nachhaltige, auf erneuerbare Energieträger basierende Energielösungen sowie der Einsatz von ökologischen Baustoffen gerade im Wohnbau immer mehr an Bedeutung."

Leistbares Wohnen wird durch ein Bündel von Maßnahmen erreicht. Das beginnt beim Bereitstellen der Grundstücke sowie der nötigen Infrastruktur und geht über ein maßvolles Regelwerk bis hin zur Förderung selbst. Wesentliche Träger des weltweit beachteten österreichischen Systems sind die nicht gewinnorientierten gemeinnützigen Wohnbauträger, die Wohnbaubanken und der „Baumotor Steuergesetzgebung". „Eines möchte ich aber nicht unerwähnt lassen: Ohne das Engagement und die Innovationskraft unserer privaten Projektentwickler, Investoren, Architekten und Baumeister wäre der Wohnbedarf der Steirerinnen und Steirer nicht zu decken. Mein Anliegen ist es daher, auch die an private adressierten Förderprogramme laufend an die sich verändernden Bedürfnisse anzupassen", betont Landesrat Johann Seitinger. Mit der Schaffung einer neuen Förderschiene im Bereich der umfassenden Sanierung, welche vor allem auf den Einsatz privater Investorengelder setzt und gleichzeitig dem Klimaschutz dient, ist uns im Vorjahr ein wichtiger Schritt in diese richtige Richtung gelungen.

Wohnbau neu denken - nicht nur wegen Energie und Klima

Die gesellschaftlichen Veränderungen, die eine höhere Lebenserwartung und flexible Lebensweisen mit sich bringen, sind Ausgangspunkt für ein Umdenken im Wohnbau. Öffentliche Hand und Bauträger müssen jetzt vorausschauende Entscheidungen treffen, um eine zukunftsfähige Wohnqualität zu gewährleisten: „Die neuen Anforderungen an Nutzungsflächen, das Design und die Bauqualität verändern sich. Die Gebäude bekommen multifunktionale Aufgaben, die Energie-Infrastruktur muss sich dem Klimawandel anpassen. Innovative Technologien und Strategien müssen in den nächsten Jahren entwickelt und umgesetzt werden", hält Prof. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Schleicher vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Karl-Franzens-Universität Graz fest. Auch hinsichtlich der Energie-Infrastruktur stellt sich die Frage, ob und wie Gebäude bzw. ganze Quartiere Teil der Bereitstellung und Speicherung im Energiesystem werden und inwieweit ein integriertes Energie-Management aller Komponenten des betrachteten Gebäudes bzw. im Verbund mit benachbarten Gebäuden über angebundene Netze vorhanden oder nachrüstbar ist.

„Gemeinsam. Wohnen. Gestalten"

Der fortschreitende Urbanisierungstrend ist ein globales Phänomen, das weltweit zu einem Mangel an erschwinglichem und sozial nachhaltigem Wohnraum in den Städten der Industrienationen geführt hat. Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet des Wohnbaus sind in den letzten 40 Jahren zum größten Teil vom technischen Fortschritt geprägt. Die sozialen Erfordernisse des Wohnens wurden nicht immer ausreichend aktualisiert. Derzeit fehlt es an Wissen über die Bedürfnisse der Menschen und der diversifizierten städtischen Gesellschaft von heute. „Gegenwärtige Themen im Wohnbau sollten daher zum Ziel haben, erschwinglichen und sozial nachhaltigen Wohnraum zu schaffen, welcher die Heterogenität der Gesellschaft abbildet, diese selbst in den Mittelpunkt stellt und die gesellschaftliche Verantwortung für die Erreichung dieser Ziele trägt", sagt Dipl.-Ing. Dr. techn. Andrea Jany, Architektin und Wohnbauforscherin.

Holzbau- Wohnkomfort und Klimaschutz

Den gerade in den Großstädten zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt muss man mittlerweile als Wohnungsnot benennen. Der moderne Holzbau in der Stadt ist durchaus als Ausdruck einer gesellschaftlich determinierten Notwendigkeit zu verstehen: Wir reagieren mit architektonisch-ingenieurtechnisch neuen Lösungsansätzen auf den dramatischen klimatischen Imperativ. Es gibt einen riesigen Veränderungsdruck im Neubaubereich, dem keinesfalls mit immer dickeren Dämmschichten aus geschäumtem Heizöl zu begegnen ist! Wenn wir stattdessen den nachwachsenden Baustoff Holz klug in den Primärkonstruktionen der Wohn- und Gewerbebauten einsetzen, können wir zumindest im Baugewerbe den Anteil der grauen Energie erheblich senken. Außer Frage steht, dass der aktuelle Holzbau in den DACH-Ländern ingenieur- und fertigungstechnisch allen anstehenden Bauaufgaben gewachsen ist und dass der konsequente Einsatz des Werkstoffes Holz einen wesentlichen Beitrag zum ressourcenschonenden Bauen liefern kann. „Der aktuelle Holzbau ist allen anstehenden Bauaufgaben gewachsen und der konsequente Einsatz des Werkstoffes Holz liefert einen wesentlichen Beitrag zum ressourcenschonenden Bauen", betont Prof. Dipl.-Des. BDA Wolfgang Tom Kaden.

Ergebnisse zur Studie „Wohnzufriedenheit"

Bei der Studie zur Wohnzufriedenheit (2016/2017) wurden rund 1.400 Fragebögen aus über 150 steirischen Gemeinden ausgewertet. Für die TeilnehmerInnen gehören das gute Preis/Leistungsverhältnis, die Lage der Wohnung und der dazugehörige Freiraum zu den wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Auswahl einer Wohnung. Allerdings gibt es unterschiedliche Wünsche in den Altersgruppen. Während 18 bis 34-Jährige den Freizeitmöglichkeiten eine höhere Priorität einräumen, sehen die über 64-Jährigen die Hauptsache in der medizinischen Versorgung. Mobilität, Versorgung und Infrastruktur sollen unter dem Motto „Alles so nah" in Zukunft sichergestellt sein. Sicherheit hat Vorrang und spielt für die BewohnerInnen eine immer größer werdende Rolle. „Der geförderte Wohnbau in der Steiermark hat eine gute Struktur und Qualität und die Zufriedenheit der Bewohner ist hoch. Allerdings wird der unaufhaltsam steigende Anteil der Wohnkosten im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen die ganz große Herausforderung für die Wohnungspolitik der nächsten Jahrzehnte sein", betont Andrea Baidinger, Geschäftsführerin der wohnen bauen immobilien Kommunikations GmbH.

Information zum Wohnbausymposium „WOHNEN 2049":

Um bereits heute bestmöglich für morgen gerüstet zu sein, bedarf es einer entsprechenden Weichenstellung. Das Symposium ermöglicht Impulse und einen Meinungsaustausch mit VertreterInnen der Politik, Forschung, Raumplanung und weiteren ExpertInnen. Ziel ist es, eine ganzheitliche Sichtweise für die Zukunft des steirischen Wohnbaus zu erhalten. Gesellschaftliche Entwicklungen, klimaschutzrelevante Schwerpunkte und Leistbarkeit stehen im Brennpunkt der Diskussion. Dabei wurden Themenschwerpunkte gesetzt und teils trafen unterschiedliche Ansätze im konstruktiven Miteinander aufeinander, wobei spezifische Bereiche wie Raumordnung/Raumplanung, demografische Entwicklungen, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie wirtschaftliche und soziologische/gesellschaftliche Aspekte in den Fokus rücken.


 


Michael Riegelnegg, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat Ök.-Rat Johann Seitinger, Tel. 0316-877 2638
Mobil: 0676/86662638, Mail: michael.riegelnegg@stmk.gv.at, Externe Verknüpfung www.lebensressort.steiermark.at

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