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Notre-Dame-Wiederaufbau: Steirische Holzwirtschaft bietet Know-How an

Presseinformation vom 18.04.2019

Die weltweit anerkannte steirische Holzbautechnologie aus dem waldreichsten Bundesland Österreichs kann für den Wiederaufbau von Notre-Dame einen wertvollen Beitrag leisten.

Gebäude J1 in Heilbronn – das deutschlandweit höchste Haus in Holzbauweise mit einer Höhe von 34 Meter © THIRD
Gebäude J1 in Heilbronn – das deutschlandweit höchste Haus in Holzbauweise mit einer Höhe von 34 Meter
© THIRD
3D-Ansicht des Kuppeltragwerkes der „Alten Technik“ © Johannes Harrauer, Masterarbeit TU Graz 2017
3D-Ansicht des Kuppeltragwerkes der „Alten Technik“
© Johannes Harrauer, Masterarbeit TU Graz 2017

Nach der verheerenden Brandkatastrophe und der teilweisen Zerstörung von Notre-Dame laufen bereits die Vorbereitungen, um dieses so bedeutende Bauwerk schnell wiederherzustellen. Das klare Bekenntnis zum möglichst raschen Wiederaufbau hat auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron öffentlich bekräftigt. Und genau in diesem Bereich kann die Steiermark als hochprofessionelles Holzbauland für Frankreich eine passende Antwort liefern. Landesrat Johann Seitinger: „Die Steiermark hat sich mit ihrer innovativen Holzbautechnologie in den letzten 20 Jahren als Weltmarktführer kompliziertester Bauten und Holz-Werkstoffen etabliert. Man denke in diesem Zusammenhang an die Verwendung von Holz für extreme Spannweiten und Belastungen für gewerbliche, industrielle und Wohnbauten. Mittlerweile ist Holz sogar auch im konstruktiv hochsensiblen Auto- und Flugzeugbau sehr gefragt. Es wäre für die Steiermark eine große Ehre, beim Wiederaufbau dieses kostbaren Kulturgutes mitwirken zu können. Wir stehen dafür mit unserem umfangreichen Know-How jederzeit zur Verfügung." In den kommenden Tagen wird mit der Österreichischen Botschaft in Paris Kontakt aufgenommen, um die weiteren Schritte in die Wege zu leiten.

Denselben Zugang vertreten Franz Mayr-Melnhof-Saurau, Eigentümer des größten Privatforstbetriebs Österreichs und Aufsichtsratspräsident des Säge- und Bauholzkonzerns Mayr Melnhof Holz AG mit 2000 Mitarbeitern und Univ. Prof. Gerhard Schickhofer vom Institut für Holzbau und Holztechnologie der Technischen Universität Graz. Franz Mayr-Melnhof-Saurau: „Mittlerweile verteilen sich unser Holzbau-Projekte über die ganze Welt. Unsere Brettsperrholztechnologie ist beispielsweise auch für die komplexesten Konstruktionen einsetzbar und ist insbesondere statisch den meisten anderen Materialien überlegen. Zudem können auch brandschutztechnisch höchste Anforderungen erfüllt werden. Dem Holzbau sind in puncto Kubatur, Höhe und Form fast keine Grenzen gesetzt."

3D-Scan erleichtert Rekonstruktion historischer Bauten

Auch das Institut für Holzbau und Holztechnologie in Graz kann einen wertvollen Beitrag zum Wiederaufbau leisten, so dessen Leiter Univ. Prof. Gerhard Schickhofer: „Wir verfügen über eine enorme Expertise hinsichtlich der Revitalisierung, der Renovierung und des Wiederaufbaus historischer Holzkonstruktionen und könnten hier sicherlich hilfreich zur Seite stehen." Schickhofer verweist in diesem Zusammenhang vor allem auch darauf, dass eine Bestandserfassung historisch wertvoller und schützenswerter Gebäude und Konstruktionen von enormer Wichtigkeit ist: „Dabei wird die jeweilige Konstruktion komplett erfasst und anschließend mittels 3D-Modell nachgebildet. So hat man bei historischen Konstruktionen - zu denen es oftmals keine klaren Plandarstellungen mehr gibt - eine detailgetreue Darstellung und tut sich im Ernstfall - das beginnt übrigens auch schon bei der Brandbekämpfung - dann bei der Rekonstruktion deutliche leichter."

 

Informationen zu Brettsperrholz-Hochtechnologie in Österreich:

Weltweit werden jährlich 650.000 m³ Brettsperrholz (BSP) produziert. Zwei Drittel davon sind mit "Made in Austria" gekennzeichnet. Zwei der größten und zugleich innovativsten BSP-Produzenten - KLH und Mayr-Melnhof - befinden sich in der Steiermark. Mit der Etablierung dieses neuen Bausystems, der sogenannten Holz-Massivbauweise in Brettsperrholz, ist es auch gelungen, den traditionellen massiven mineralischen Baustoffen Ziegel und Beton ein ebenfalls "massives" Alternativsystem und -produkt aus dem nachhaltigen Rohstoff Holz entgegen zu halten. Impulsgebende BSP-Geschoßwohnbauten in Holz-Massivbauweise, errichtet in den urbanen Regionen Europas, führten in Folge zu einem weltweiten Einsatz dieses Bausystems. Mit dem Sichtbarmachen dieser Möglichkeiten wurde auch die internationale Fachwelt auf das Thema aufmerksam, was eine weltweite Forschungs- und Entwicklungstätigkeit bewirkte. Darauf basierend kam es zu einer weltweiten Implementierung dieser Bauweise; hervorzuheben sind Japan, Kanada, Australien, Neuseeland sowie die USA.

 


 


Michael Riegelnegg, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat Ök.-Rat Johann Seitinger, Tel. 0316-877 2638
Mobil: 0676/86662638, Mail: michael.riegelnegg@stmk.gv.at, Externe Verknüpfung http://www.lebensressort.steiermark.at/

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