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Naturgefahren - die Zukunftsbedrohung

Presseinformation vom 25.04.2019

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) sowie Land Steiermark stärken Bewusstsein für Umgang mit Naturgefahren und Klimawandel.

LR Seitinger mit Schülerinnen und Schülern an Geschiebe-Rückhaltemaßnahmen © Uwe Kozina / honorarfrei
LR Seitinger mit Schülerinnen und Schülern an Geschiebe-Rückhaltemaßnahmen
© Uwe Kozina / honorarfrei

Der Alpenraum bietet einen einzigartigen und wertvollen Lebensraum. Mit der wachsenden Nachfrage nach Wohn-, Siedlungs- und Wirtschaftsraum und den besonders in den Bergen ausgeprägten Klimaveränderungen ist auch der Bedarf für Schutz vor Naturgefahren gestiegen. Heftige Stürme, Lawinen, Rutschungen sowie Starkregen stellen für alpine Gebiete sowie die dortigen Bewohnerinnen und Bewohner eine große Bedrohung dar. Gleichzeitig steigt damit auch die Notwendigkeit für entsprechenden Schutz vor Naturgefahren zu sorgen, um die nächsten Generationen und ihre Lebensräume sowie die Infrastruktur nachhaltig zu schützen.

Naturkatastrophen: Häufigkeit und Schäden steigen!

Alle Jahre wieder kommen sie und sind laut Europäischer Kommission weltweit der dritthöchste Schadensverursacher. Die Rede ist von Naturkatastrophen, die durch die Folgen des Klimawandels noch verstärkt werden und zahlreiche Schäden angerichtet haben. Zu diesem Zweck wurde in den letzten Jahren in der Steiermark verstärkt in entsprechende Schutzinfrastruktur von der Bachbegradigung über das Rückhaltebecken bis zum umfassenden Lawinenschutz investiert - in Summe rund 200 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren. Landesrat Johann Seitinger dazu: „Der Klimawandel ist schon längst kein Szenario der fernen Zukunft mehr, sondern knallharte Realität, dessen Auswirkungen wir Jahr für Jahr leidvoll ertragen müssen. Es liegt in unserer Verantwortung die Umsetzung der bestmöglichen Schutzinfrastruktur für die Menschen in der Steiermark konsequent voranzutreiben". Verstärkt steht jedoch auch die Bildung von Bewusstsein im Umgang mit Naturgefahren und Klimawandel im Mittelpunkt. Seitinger betont zudem, dass die Eigenverantwortung einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren bildet. 

Der Schutzwald als Basisversicherung

Die „Basisversicherung" für den Lebensraum ist der Schutzwald, dem in den nächsten Jahren ein von Frau Bundesministerin Elisabeth Köstinger beauftragtes Aktionsprogramm gewidmet sein wird. Auch „neue", klimaabhängige Katastrophenszenarien wie Waldbrand oder Sturzfluten (ausgelöst durch intensiven Oberflächenabfluss) sind Themen, die starke Strategien erfordern. Dabei ist Österreich im Schutz vor Naturgefahren gut aufgestellt: Alleine 2018 hat das BMNT insgesamt 183 Mio. Euro in den Schutz vor Naturgefahren (Hochwasserschutz, Wildbach- und Lawinenverbauung) investiert. Gemeinsam mit Ländern und Gemeinden wurden im vergangenen Jahr im Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung fast 152 Mio. Euro investiert. In der Steiermark umfassten die Gesamtinvestitionen Schutz vor Naturgefahren des Bundes 24 Mio. Euro. Auch auf die verheerenden Katastrophen der jüngsten Zeit - 2018: Sturm Vaia, 2019: Lawinenwinter - hat die Bundesregierung rasch reagiert und ein sogenanntes Lawinenpaket im Umfang von 45 Mio. Euro (für die nächsten vier Jahre) genehmigt, welches auch Mittel für den Schutzwald umfasst.

Kinder & Jugendliche: Bewusstseinsbildung als wesentliche Säule

Neben den wichtigen Investitionen in den baulichen Schutz vor Naturgefahren ist insbesondere auch die Bewusstseinsbildung und Information der Bevölkerung zur wichtigen Aufgabe geworden. Ausschließlich staatlich gelenkte Planungs-, Finanzierungs- und Implementierungsmechanismen für die Gefahrenprävention werden schrittweise durch inklusive Prozesse ergänzt, die die Bevölkerung und verschiedenen Institutionen einbinden und die Naturgefahrenrisiken berücksichtigen. Die Basisinformation über drohende Naturgefahren liefern die für alle österreichischen Gemeinden verfügbaren Gefahrenzonenpläne sowie Infoseiten im Internet wie in etwa: Externe Verknüpfung www.naturgefahren.at, Externe Verknüpfung www.hora.gv.at oder Externe Verknüpfung www.schutzwald.at und Externe Verknüpfung www.hochwasser.steiermark.at. Besonders exponierte Zielgruppen erfordern angepasste Wissensvermittlung im Umgang mit Naturkatastrophen. Kinder und Jugendliche sind eine solche Zielgruppe. Wissen muss spielerisch vermittelt werden. „Sämtliche Investitionen in Schutzmaßnahmen können den Wert des Wissens nicht aufwiegen, welches Kindern und Jugendlichen über den Umgang mit Naturgefahren auf spielerische Weise vermittelt werden kann. Risikokommunikation ist die beste Investition in die Zukunft und effizienteste Anpassungsmaßnahme für den Klimawandel", betont DI Dr. Florian Rudolf-Miklau, Leiter der Abteilung Wildbach- und Lawinenverbauung sowie Schutzwaldpolitik im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Deshalb organisiert das BMNT gemeinsam mit dem Land Steiermark, Abteilung Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit und seinen Partnern der Mitgliedsstaaten der Alpenkonvention im Rahmen der Europäischen Makroregionalen Strategie für den Alpenraum (EUSALP) einen interaktiven Workshop für Kinder und Jugendliche zum Thema Naturgefahrenmanagement mit einer Ausstellung von spannenden Naturgefahrenmodellen und Risikokommunikationsmitteln. Die Zielgruppe beschränkt sich nicht nur auf die jüngere Generation, sondern beinhaltet auch Multiplikatoren wie Lehrerinnen und Lehrer sowie Vertreter von Medien, die das erworbene Wissen über den Umgang mit Naturgefahren verbreiten können. Am 25. April 2019 findet im Rahmen der EUSALP/PLANALP der erste internationale Konvent der besten Naturgefahrenmodelle im Rahmen eines interaktiven Workshops statt. Drei steirische Schulklassen (NMS St. Georgen an der Stiefing, NMS Gleinstätten sowie das BG/BRG Leibnitz) erhalten die Möglichkeit, gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus allen Alpenländern Hochwasser, Muren oder Steinschlag „selbst auszuprobieren" und darüber zu diskutieren. „Ergänzend zu den technisch notwendigen und zielführenden Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Naturgefahren ist es auch notwendig und wichtig einerseits das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und andererseits die Bürger auch auf den Umgang mit Naturgefahren vorzubereiten. Ein Weg dazu ist die Arbeit mit Schülern und Jugendlichen um die Auswirkungen von Naturgefahren und mögliche Schutzmaßnahmen anschaulich zu vermitteln", sagt DI Rudolf Hornich, Koordinator für Hochwasserrisikomanagement, Abteilung Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit, Land Steiermark.

 


 


Michael Riegelnegg, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat Ök.-Rat Johann Seitinger, Tel. 0316-877 2638
Mobil: 0676/86662638, Mail: michael.riegelnegg@stmk.gv.at, Externe Verknüpfung http://www.lebensressort.steiermark.at/

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