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Aufbruch in ein neues Zeitalter der Abfallwirtschaft: Öterreichs modernster Ressourcenpark eröffnet

Presseinformation vom 29.04.2019

"Wertvoller Rohstoff statt Abfall" lautet das Gebot der Stunde. Ressourcenpark Leibnitz als österreichweites und gemeindeübergreifendes Leuchtturmprojekt der nachhaltigen Ressourcenwirtschaft.

v.l.n.r.: Helmut Leitenberger, Bürgermeister der Stadtgemeinde Leibnitz, Landesrat Johann Seitinger, Wolfgang Neubauer, Obmann des Dachverbands der steirischen Abfallwirtschaftsverbände. © Michaela Lorber / honorarfrei
v.l.n.r.: Helmut Leitenberger, Bürgermeister der Stadtgemeinde Leibnitz, Landesrat Johann Seitinger, Wolfgang Neubauer, Obmann des Dachverbands der steirischen Abfallwirtschaftsverbände.
© Michaela Lorber / honorarfrei

Weltweit werden derzeit pro Jahr rund zwei Mrd. Tonnen Müll produziert. Bis zum Jahr 2050 wird dieses Volumen - bedingt durch ein starkes Bevölkerungswachstum und zunehmende Urbanisierung - um 70 Prozent auf rund 3,4 Mrd. Tonnen ansteigen. Auch in der Steiermark ist das Gesamtaufkommen an Abfällen aus Haushalten in den vergangenen 10 Jahren von rund 510.000 Tonnen auf ca. 560.000 Tonnen pro Jahr angestiegen. Um für die immer größeren Abfallmengen gerüstet zu sein und die Wertstoffe aus den Abfallströmen mehrfach nutzen zu können, hat sich die Steiermark bereits frühzeitig in Richtung Kreislaufwirtschaft orientiert und erreicht derzeit einen internationalen Spitzenwert beim Recycling von 61 Prozent. Damit werden heute bereits die EU-Vorgaben für 2030 von 60 Prozent übererfüllt.

Steiermark: Der Weg in Richtung nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Damit die Wiederverwertungsraten auch zukünftig gesteigert werden können und sich die Steiermark dem Ziel der Kreislaufwirtschaft weiter annähern sowie gleichzeitig der Komfort für die Bürgerinnen und Bürger verbessert werden kann, sind die modernen Ressourcenparks ein Meilenstein in der Abfallwirtschaft. Im Idealbild der Kreislaufwirtschaft sollen Rohstoffe innerhalb eines geschlossenen Kreislaufes wieder- und mehrfachgenutzt sowie recycelt werden und am Ende kaum noch Abfälle entstehen. Laut einem Bericht des Weltwirtschaftsforums laufen weltweit derzeit jedoch nur etwa neun Prozent der Wirtschaftsleistungen kreislaufartig ab. Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger dazu: „Die Steiermark ist österreichweit und international Vorreiter im Bereich der Ressourcen- und Kreislaufwirtschaft. Ein effizienter Umgang mit Rohstoffen ist notwendiger denn je, da zum einen die ausreichende Versorgung mit elementaren Ressourcen aufgrund der zunehmenden weltweiten Rohstoffkonkurrenz keineswegs sichergestellt ist und zum anderen, weil wir beinahe täglich mit den katastrophalen Umweltauswirkungen der Wegwerfgesellschaft konfrontiert werden." Von den knapp 560.000 Tonnen Abfall aus Haushalten und haushaltsähnlichen Einrichtungen pro Jahr in der Steiermark - das entspricht zirka 451 Kilogramm/Person und Jahr sind 28 Prozent Restmüll (zirka 126 Kilogramm/Person) und sieben Prozent Sperrmüll (zirka 34 Kilogramm/Person). Bei diesen gemischten Fraktionen müsste noch besser getrennt werden. Das getrennte Sammeln von Altstoffen bzw. recyclingfähigen Abfällen, aber auch Elektrogeräten, Batterien sowie Problemstoffen soll mit dem Ressourcenpark weiter verbessert werden.

Ressourcenpark Leibnitz: Begegnungsraum für nachhaltige Lebensweise

In den letzten Jahren hat sich ein Wandel in der steirischen Abfallwirtschaft vollzogen. Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger kommentiert diesen Wandel und das Konzept der Ressourcenparks: „Wertvoller Rohstoff statt Abfall lautet das Gebot der Stunde. In diesem Sinne bewegt sich die Steiermark mit dem Konzept ‚Ressourcenpark‘ in eine neue Dimension der Abfallwirtschaft und verfügt mit dem neuen Ressourcenpark in Leibnitz über ein österreichweites Leuchtturmprojekt der nachhaltigen Ressourcen- und Kreislaufwirtschaft." Das steirische Ressourcenmanagement bewegt sich von einer kleinräumigen ASZ-Struktur mit beschränkten Öffnungszeiten, geringeren Sortiertiefen, schlechter Lagerkapazität sowie eingeschränktem Service weg, zu professionell geführten Ressourcenparks mit folgenden Merkmalen:

  • Überregionale Kooperation und kundenfreundliche Öffnungszeiten (inkl. Zeiten am Abend- und Wochenende) Zusätzliche Serviceleistungen wie Leih-Transporter und verkehrsgünstige Lage.
  • Modernes und einheitliches Erscheinungsbild und große Sortiertiefe (80 Fraktionen)
  • Betrieb eines Re-Use-Shops (in Leibnitz erfolgt dies in Kooperation mit dem sozialökonomischen Betrieb KOMPETENZ)
  • Professionelles Personal und freundliches Erscheinungsbild inkl. Öffentlichkeitsarbeit Bewusstseinsbildung am Ressourcenpark

Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger betont des Weiteren die Vorzüge des neuen Ressourcenparks: „War es bis jetzt vielfach so, dass die Bürgerinnen und Bürger einmal im Monat ihre Altstoffe bzw. recyclingfähigen Abfälle abgeben „durften", so ist im neuen Ressourcenpark jeder Bürger und jede Bürgerin aus dem Bezirk Leibnitz an fünf Tagen in der Woche - sogar am Samstag - herzlich willkommen."

 29 Gemeinden schaffen mehr Servicequalität, zeitgemäße Altstofflösungen und Wirtschaftskraft

Bis zu 80 verschiedene Abfallfraktionen werden im neuen Ressourcenpark getrennt gesammelt. Viele Stoffe, die bisher aus Platzgründen in den Sperrmüll geworfen wurden, können nun getrennt erfasst und einem stofflichen Recycling übergeben werden, wie z.B. Hartkunststoffe (Gartenmöbel, Kinderspielsachen, Transportkisten ......). Das schont die Umwelt und spart den Bürgerinnen und Bürgern Geld. Im neuen Ressourcenpark können fast alle Abfallarten kostenlos abgegeben werden. Der Ressourcenpark Leibnitz ist ein gemeindeübergreifendes Leitprojekt, das weit über die Steiermark hinaus eine Signalwirkung im Aufbau einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft hat. „Der neue Ressourcenpark bedeutet Fortschritt", betont Wolfgang Neubauer, Obmann des Dachverbandes der steirischen Abfallwirtschaftsverbände.  Neubauer weiters: „Ich freue mich über die breite Kooperation der 29 Gemeinden des Bezirkes Leibnitz. Das hat Vorbildwirkung und zeigt, dass man gemeinsam größere und technisch besser ausgestattete Anlagen betreiben kann." In einem eigenen Re-Use Shop am Gelände gibt es zusätzlich die Möglichkeit gebrauchte, aber noch gut funktionierende Haushalts- und Gartengeräte, Bücher, Spielsachen, Dekorationsartikel und vieles mehr sehr günstig zu kaufen.

Optisch und technisch: Ausgereifte Infrastruktur mit nachhaltiger Bauweise

Einiges zu bieten haben das Gebäude und das Gelände. Bei der Planung wurde auf eine attraktive Gestaltung des Erscheinungsbildes geachtet. Um das Bewusstsein zu stärken: „Abfall ist kein Müll - sondern ein Wertstoff". Besonderer Wert wurde bei der Auswahl der Baustoffe gelegt. Auf Composit Baustoffe, die erschwert oder überhaupt nicht recyclingfähig sind, wurde bewusst verzichtet. Stattdessen kommt Holz zum Einsatz. Dachträger aus Leimbinder sowie Wände und Fassaden werden aus heimischen Nadelholz hergestellt; ein nachwachsender und CO2 neutraler Baustoff der nicht nur eine große Wertschöpfung in der Region besitzt, sondern auch eine ökologische und nachhaltige Bauweise sicherstellt. Ein weiterer wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung ist der gezielte Einsatz von 6.000 Tonnen Recyclingmaterial für untere Tragschichten, Künetten Bettungsmaterial und Asphaltschichten. „Der Bau des Ressourcenparks ist auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor für die heimischen Unternehmen. Von den 2,28 Millionen EUR bleiben über 90 Prozent als regionale Wertschöpfung im Bezirk Leibnitz", resümiert Wolfgang Neubauer, Obmann des Dachverbandes der steirischen Abfallwirtschaftsverbände. Die Inbetriebnahme des regionalen Ressourcenparks erfolgte am 22. Jänner 2019.

Erste Kennzahlen aus dem bisherigen Betrieb des Ressourcenparks zeigen, dass die angestrebten Ziele erreicht werden:

  • Senkung der Sperrmüllmengen
  • Erhöhung der stofflich verwertbaren Altstoffe
  • Zum Beispiel waren im Bezirk Leibnitz in den letzten Jahren die Sperrmüllmengen im Schnitt um ca. 60 Prozent höher als die gesammelten Altholzmengen. Im Ressourcenpark konnte dieses Verhältnis mit 57 Prozent mehr Altholz gegenüber Sperrmüll umgedreht werden. Ebenso konnten 11 Tonnen Hartkunststoffe anstatt einer thermischen einer stofflichen Verwertung zugeführt werden.
     

Erfreut über die Erfolge des Ressourcenparks in Leibnitz zeigt sich auch Helmut Leitenberger, Bürgermeister der Stadtgemeinde Leibnitz: „Das Konzept der Ressourcenparks ist ein voller Erfolg und wird von der Bevölkerung außerordentlich gut angenommen. In unserem Abfall stecken viele Schätze, nämlich Roh- und Wertstoff, die man wiederverwerten kann. Mit dem Ressourcenpark Leibnitz ist es uns gelungen, Mülltrennung gemeindeübergreifend zu organisieren. Denken wir an unsere Kinder, Enkel und Urenkel, nur so können wir im Sinne des Umweltschutzes wertvolle Rohstoffe sparen und zu neuen Produkten verarbeiten."

Modernes Erscheinungsbild und kompetente Beratung

Ein modernes Erscheinungsbild mit übersichtlicher Beschriftung erleichtert die richtige Zuordnung der angelieferten Wertstoffe für die Kunden. Vier gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf und stehen den Kunden zusätzlich für Fragen zur Verfügung. Als zusätzliche Serviceleistung kann ein Elektro-Kleintransporter zum Selbsttransport online oder telefonisch unter 03452/76166 reserviert und ausgeliehen werden.

Rückmeldungen aus der Bevölkerung:

Von der Bevölkerung besonders gelobt werden die großzügigen Öffnungszeiten, das attraktive Erscheinungsbild, sowie die kundenfreundliche Betreuung beim Ressourcenpark.

Daten, Fakten, Zahlen:

Im neuen Ressourcenpark Leibnitz können alle BürgerInnen des Bezirks auf einer Fläche von 10.000 m² Alt- und Problemstoffe in haushaltsüblichen Mengen während der kundenfreundlichen Öffnungszeiten zum überwiegenden Teil kostenlos abgeben. Die Anlage besteht aus einer Sammelhalle mit Re-Use-Shop, dem Büro des Abfallwirtschaftsverbandes und einer überdachten Sägezahnrampe, bei der die Wertstoffe direkt in die dafür vorgesehenen Container abgegeben werden können.

 

Grundstücksgröße:                                                                                      11.111 m²

Nutzfläche Sammel-, Verarbeitungshalle, Re-Use-Shop:                              703 m²

Büro und Nebenräume AWV Leibnitz:                                                             160 m²

Rampe überdacht:                                                                                          1.100 m²

Errichtungskosten:                                                                                   € 2.280.000,-

 

Der Ressourcenpark Leibnitz ist auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor für die heimischen Unternehmen. Von den 2,28 Millionen EUR bleiben über 90 Prozent als regionale Wertschöpfung im Bezirk Leibnitz.

Öffnungszeiten:                                                                                                 

  • Dienstag: 13 bis 17 Uhr
  • Mittwoch und Donnerstag: 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
  • Freitag: 7 bis 12 und 13 bis 19 Uhr
  • Samstag: 8 bis 12 Uhr
     

Kundenanlieferungen pro Öffnungstag:                                                      

  • 250 bis 350 im Schnitt
  • bis zu 500 an Spitzentagen
     

Exkursionen durchgeführt, geplant:                                                            

  • 3 Busse Gemeindevertreter,
  • Aktivbürger Bezirk Graz Umgebung
  • Umweltbeauftrage Bundesheer
  • Neue Mittelschule St. Georgen/Stiefing
  • Bauernbund Allerheiligen
  • Gemeindevertreter Mürzzuschlag, Langenwang
  • Gemeindevertreter Bezirk Deutschlandsberg
  • Gemeindevertreter Bezirk Weiz
  • VSTAB Exkursion - Abfallberater aus der Steiermark
  • Gemeindevertreter Bezirk Feldbach
  • Vertreter der LAVU aus Oberösterreich

 


 


Michael Riegelnegg, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat Ök.-Rat Johann Seitinger, Tel. 0316-877 2638
Mobil: 0676/86662638, Mail: michael.riegelnegg@stmk.gv.at, Externe Verknüpfung http://www.lebensressort.steiermark.at/

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