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Und was bleibt für die Nächsten?

Presseinformation vom 25.07.2019

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger appellieren anlässlich des Welt-Erschöpfungstages für mehr Generationenverantwortung, einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen und nachhaltigen Klimaschutz.

LR ÖK.-Rat Johann Seitinger und LH Hermann Schützenhöfer © Land Steiermark / honorarfrei
LR ÖK.-Rat Johann Seitinger und LH Hermann Schützenhöfer
© Land Steiermark / honorarfrei

Der Welterschöpfungstag, also jener Tag, an dem die Weltbevölkerung alle verfügbaren natürlichen Ressourcen für das laufende Jahr bereits verbraucht hat, ist heuer bereits auf den 29. Juli vorgerückt. Vor 30 Jahren war dieser Tag noch im Dezember gelegen.  Eine alarmierende Entwicklung, denn ab diesem Tag leben wir auf Kosten unserer nächsten Generationen und nehmen ihnen somit ein großes Stück Zukunft. Es muss daher oberste Priorität haben, schnellstmöglich Lösungen gegen diesen überbordenden Ressourcen-Raubbau auf unserem Planeten zu finden, wenn wir unseren Nachkommen mit Würde in die Augen blicken wollen. „Um den Klimawandel zu stoppen braucht es einen globalen Schulterschluss, aber auch jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass wir unseren Kindern und Enkelkindern eine intakte Umwelt hinterlassen. Mit dem Kauf regionaler Produkte fängt alles an! Viele Produkte in den Supermarktregalen werden von weit herangekarrt. Wenn man beim Einkauf zu saisonalen und regionalen Produkten greift, schont man Umwelt und Ressourcen. Es braucht keine Paradeiser aus Spanien, Steaks aus Südamerika und Äpfel aus Neuseeland. Das alles gibt es auch von steirischen Landwirten. Man kann über die kleinen Beispiele lachen, aber sie sind es, die es in der Summe ausmachen. Eine enkeltaugliche Zukunft beginnt beim täglichen Einkauf", so Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer. 

Ökologischer Fußabdruck ist verbesserungswürdig!

Wenn jeder Erdenbürger den gleichen Lebensstil pflegen würde, wie wir Österreicher, so müsste die Erde das dreifache Ausmaß haben, um mit den Ressourcen auszukommen.  Die USA treibt diesen Verbrauch sogar noch weiter ins Negative. Würden sie nämlich die Basis für die Ressourcenverbräuche abbilden, so bräuchten wir sogar knapp sechs Mal die Erde. Interessant ist auch die Aufteilung der Ressourcenverbräuche für die verschiedenen Bedürfnisse: Rund ein Drittel der 1,8 globalen Hektar, die jedem Erdenbürger im Durchschnitt zur Verfügung stehen, verbrauchen wir für die Produktion von Lebensmitteln, für die Schaffung von Wohnraum ein Viertel, ein Fünftel davon für die Mobilität und etwa ein Sechstel für die Produktion und die Logistik verschiedenster Güter.

Forschungstätigkeiten verstärken und fokussieren!

Ein überwiegender Teil aller Forschungs- und Entwicklungsprogramme müssen sich daher in Zukunft auf einen hocheffizienten Umgang mit all unseren Ressourcen konzentrieren, damit es letztlich möglich ist, Frieden und Freiheit auf dieser Welt zu bewahren. Insbesondere der Verbrauch fossiler Ressourcen steht im Fokus aller Diskussionen rund um den Klimaschutz, weshalb es in diesem Bereich zu massiven technologischen Umbauten im Bereich der Energieverbräuche auf dem Sektor der Mobilität, Stromerzeugung sowie der Verbrauchsgüterproduktion kommen muss.

Maßnahmen für die Zukunft

Es gibt unendlich viele Ansatzpunkte, den überbordenden Produktions- und Kaufwahn auf ein Vernunftmaß zurückzufahren. Jährlich werden weltweit mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen produziert, die dann vielfach gar nicht getragen werden. So besitzen auch Herr und Frau Österreicher rund 550 Millionen Kleidungsstücke von denen 38 Prozent wenig bis gar nicht getragen werden. Auch die Lebens- und Futtermittelproduktion ist fernab von tatsächlichen Verbrauchsmengen. Etwa ein Drittel der weltweit jährlichen Agrarproduktion verdirbt bzw. kommt nicht in den Konsumkreislauf. Auch die Lebensmittelverschwendung ist in den Wohlstandsländern in den letzten Jahren explodiert.  In der Steiermark werden pro Jahr Lebensmittel im Wert von mehr als 150 Millionen Euro in den Müll geworfen - unzählige Produkte davon ungeöffnet.  Eigentlich ein Hohn, wenn man diese Zahlen mit den etwa 800 Millionen Menschen, die auf dieser Welt hungern, in einen Kontext stellt.

Regional und saisonal - vorziehen

Jeder Mensch trifft täglich rund 240 Entscheidungen in Sachen Ernährung. Nachhaltigkeit bedeutet im Hinblick auf das Kaufverhalten, heimische Lebensmittel mit hoher Qualität und Frische sowie nachhaltigen Produktionsstandards den ausländischen Billigimporten vorzuziehen. Es ist nicht nur die nachhaltige Art der Produktion, sondern vor allem die kurzen Transportwege, die dabei helfen, den ökologischen Fußabdruck niedrig zu halten.

Mit gezielter Bewusstseinsbildung müssen die Menschen dazu motiviert werden, regionale, saisonale und gesunde Lebensmittel einzukaufen. „Bedauerlicherweise hat die Ernährung im Bildungsangebot nicht mehr den entsprechenden Stellenwert. Die Auswirkungen dieses Mangels zeigen sich zu allererst im horrenden Ansteigen der Krankheitsbilder und deren Kosten", so Seitinger. Hier brennt wahrlich der Hut und es braucht dringend ein Umdenken und Handeln.

Maximaler Einsatz erneuerbarer Energien

Die Steiermark ist reich an natürlichen Energiequellen (Wald, Wind, Wasser und Sonne) und federführend im Bereich der Umwelttechnologien. Diese beiden Komponenten sind die besten Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Verbesserung der Energieeffizienz, welche wiederum die wichtigsten Schritte für die Schonung unserer Ressourcen und unserer Umwelt sind. Unser Ziel muss es daher sein, das steirische Potential für einen maximalen Einsatz von erneuerbaren Energien voll zu nutzen. „Unser Land trägt mit innovativen Technologien weltweit schon viel zum Klimaschutz bei. Insbesondere bei der Nutzung der Wasserkraft sind wir dank des Engagements erfolgreicher Unternehmen wie der Andritz AG ganz vorne dabei und helfen so Ressourcen zu schonen", erläutert Schützenhöfer.

Weniger Flächenverbrauch und mehr Ökologie

Die Bodenversiegelung wächst in Österreich stärker als die Bevölkerung. Etwa 20 Hektar Kulturfläche werden täglich in Österreich mit Beton oder Asphalt versiegelt. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, bedarf es umfassender Maßnahmen im Bereich der Raumordnung. Eine bessere und verdichtete Raumnutzung in den Städten, verstärkte Gebäudesanierungen, eine höhere Energieeffizienz, ein vermehrter Einsatz von Holz im Bauwesen sind ebenso notwendig, wie ein generelles Umdenken in Bezug auf Wohnungsgrößen. Ebenso muss eine verpflichtende Errichtung von Photovoltaikflächen auf Dächern, insbesondere im Industrie- und Gewerbebereich Teil der Klimaschutzmaßnahmen sein. „Denn morgen wird die Kühlung von Gebäuden eine größere Bedeutung haben, wie das Beheizen eben dieser", so Seitinger. Die Steiermark alleine wird zwar nicht die Welt retten, aber mit einem technologischen Fortschritt, einem nachhaltigen Lebensstil und guten Beispielen kann eine Revolution der Überzeugung losgetreten werden.

„Es braucht für diese große Zukunftsaufgabe einen Generationenvertrag, der die Verantwortung einfordert und auch den Freiraum der Weiterentwicklung zulässt, wie bei einem fairen Übergabevertrag eines Erbhofes", so der Agrar- und Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger.

 


 


Michael Riegelnegg, MA, Pressesprecher, Büro Landesrat Ök.-Rat Johann Seitinger, Tel. 0316-877 2638
Mobil: 0676/86662638, Mail: michael.riegelnegg@stmk.gv.at, Externe Verknüpfung http://www.lebensressort.steiermark.at/

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