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Weiterentwicklung des Grundwasserschutzprogrammes auf Schiene

Qualität des heimischen Wassers muss gesichert werden

Graz, am 23. Juni 2020.- In ausführlichen Gesprächen zwischen Land, Wasserversorgungsverbänden und LandwirtschaftsvertreterInnen sowie mit Unterstützung von externen Expertinnen und Experten wurde es möglich, im Grundwasserschutzprogramm die Interessen aller Betroffenen zusammenzuführen. Die entsprechende Verordnung soll in den nächsten Wochen in Kraft treten.

Das steirische Trinkwasser stammt fast zur Gänze aus geschützten Grundwasservorkommen, wobei das Grundwasser regelmäßig auf Nitrat und weitere Stoffe untersucht wird. In landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten werden dabei immer wieder hohe Nitratbelastungen gemessen, die auf den Einsatz von Nitrat als Düngemittel zurückzuführen sind. Pflanzliche Organismen nehmen Nitrate als Stickstoffquelle auf und verwerten es. Nitratüberschüsse, die von den Pflanzen nicht aufgenommen werden, sammeln sich im Boden und können somit in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser eindringen und die Qualität des Trinkwassers gefährden.

Um die Qualität des heimischen Trinkwassers nachhaltig zu sichern, müssen die Wasserversorger die Wasserwerte intensiv beobachten - bei steigenden Nitratwerten kann es notwendig werden, das Wasser aufzubereiten, was mit Mehrkosten für die Konsumentinnen und Konsumenten verbunden wäre. Zugleich müssen die steirischen Landwirtinnen und Landwirte aber ihre Felder und Äcker düngen, um den Pflanzen die notwendigen Nährstoffe zu geben und somit die regionale Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Das gilt auch für die Sommerbegrünung, die sowohl für den Humusaufbau, als auch für den Erosionsschutz und das Landschaftsbild von Bedeutung ist.

Nun wurde in gemeinsamen Gesprächen von Grundwasserexpertinnen und -experten des Landes und Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft unter Einbindung der Technischen Universität Graz das bestehende Grundwasserschutzprogramm weiterentwickelt. Ziel des Programmes ist die Sicherung und Erhaltung der Qualität des Trinkwassers im Grazer Feld, Leibnitzer Feld und im Unteren Murtal. Das weiterentwickelte Grundwasserschutzprogramm soll nach einer Begutachtungsfrist ehestmöglich in Kraft treten, um die Düngung der Sommerbegrünung bereits in diesem Sommer zu ermöglichen.

Umweltlandesrätin Ursula Lackner: „Es ist gelungen, in langen und intensiven Verhandlungen sowohl dem nachhaltigen Schutz unseres Trinkwassers als auch den Bedürfnissen der steirischen Landwirtschaft gerecht zu werden."

Agrarlandesrat Johann Seitinger: „Unsere Bäuerinnen und Bauern leben seit vielen Jahren eine hohe Verantwortung, nicht nur im Bereich der Lebensmittelerzeugung, sondern auch beim Grundwasserschutz. Diese Weiterentwicklung des Grundwasserschutzes ist ein wichtiger Schritt, um die regionale Versorgungssicherheit aufrecht erhalten zu können." 

Bruno Saurer, Obmann des Steirischen Wasserversorgungsverbands: „Laut in den letzten Verhandlungen berichteten neuen Expertisen ist im Unterschied zu bisher negativen fachlichen Stellungnahmen und aufgrund jüngster Berechnungsergebnisse unter bestimmten Voraussetzungen im reduzierten Flächenausmaß eine Düngung der Sommerbegrünung auf gewissen Ackerflächen nun angeblich doch ohne gravierende Auswirkungen auf die Grundwasserqualität möglich. Sollte dem so sein, so ist dies zur Kenntnis zu nehmen, mit dem Faktum, dass die bisherigen Maßnahmen des Regionalprogrammes leider zu keiner signifikanten Reduktion der Nitratwerte in den betroffenen Grundwasserkörpern geführt haben. Es ist diese Kenntnisnahme untrennbar mit der Forderung nach unverzüglicher Errichtung dringend notwendiger zusätzlicher Güllespeicherräume sowie strenger unabhängiger Kontroll- und laufender Monitoringmaßnahmen und der vorgesehenen Befristung auf zwei Jahre verbunden. Es obliegt nun dem angekündigten Begutachtungsverfahren, dafür Sorge zu tragen, dass die Trinkwasserqualität in den Grundwasserkörpern Grazer Feld, Leibnitzer Feld und Unteres Murtal zur Versorgung von rund 500.000 Steirern und Steirerinnen nachhaltig gesichert wird und auch bleibt."

Franz Titschenbacher, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark: „Nach monatelangem Ringen um Details, ist der erzielte Kompromiss von mehr Praxisnähe und Verständnis für die Landwirtschaft geprägt. Es konnten einige Entlastungen, vor allem für kleinere Betriebe, erreicht werden. Obwohl der Humusaufbau erleichtert wird, wird den betroffenen Bauern durch das strenge Gesamtpaket alles abverlangt."

Harald Kainz, Rektor der TU Graz: „Der langfristige Schutz des Lebensmittels Trinkwasser besitzt in der Steiermark höchste Priorität. Durch das Grundwasserschutzprogramm Grazer Feld, Leibnitzer Feld und Unteres Murtal wurde ein guter Weg gefunden, die Trinkwasserversorgung langfristig in hoher Qualität sicherzustellen und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und wirtschaftliche Landwirtschaft geschaffen." 

Graz, am 23. Juni 2020

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