Die steiermärkische Landesregierung
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Betreute Zwischenunterbringung für Weggewiesene

Kampus, Bogner-Strauß und Hohensinner bauen Gewaltschutzangebot aus

Graz (19. Juli 2021).- Tief betroffen sind Landesrätin Doris Kampus, Landesrätin Juliane Bogner-Strauß und Stadtrat Kurt Hohensinner von den leider immer wiederkehrenden Gewalttaten an Frauen. Die Steiermark setzt im Bereich des Gewaltschutzes bereits viele Maßnahmen. Nun wird das Angebot sowohl in der Prävention als auch in der Akuthilfe für gewaltbereite Burschen und Männer weiter ausgebaut.

Ein weiterer Baustein in der Gewaltschutzarbeit kommt nun neu dazu: In Graz entsteht erstmals – von Land Steiermark und Stadt Graz gemeinsam finanziert – eine betreute Zwischenunterbringung für Männer, die ein Betretungsverbot erhalten haben. Die Stadt Graz stellt die Räumlichkeiten für diese Zwischenunterbringung zur Verfügung, das Land Steiermark finanziert über den Verein für Männer- und Geschlechterthemen (VMG) die nötige Betreuung. 

„Mit diesem neuen Angebot für betreute Zwischenunterbringung setzen wir einen weiteren Schritt im Gewaltschutz in der Steiermark“, betont Soziallandesrätin Doris Kampus. „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Hinschauen statt wegschauen, ist eine Aufgabe für uns alle, weil Gewalt niemals Privatsache ist, daher verwenden wir 6,5 Millionen Euro aus dem Sozialbudget, die für den Gewaltschutz – von Frauenhäusern über Gewaltschutzzentren bis hin zu regionalen Krisenwohnungen – aufgewendet werden.“ Das Angebot umfasst zudem Fallkonferenzen und den Ausbau der Arbeit mit Gewalttätern.

Landesrätin Juliane Bogner-Strauß: „Gewalt gegen Frauen zu verhindern und dabei präventiv alles zu tun, um Täter aber auch potentielle Täter stärker in den Fokus zu nehmen, ist ein Gebot der Stunde. Ich begrüße das Projekt der Stadt Graz dazu. Von Seiten des Landes werden wir eine entsprechende Betreuung sichern.“

Die Zahl der Frauenmorde hat sich in den letzten sechs Jahren rund verdoppelt. Während im Jahr 2014 19 zu Buche stehen, gab es 2020 31 Frauenmorde in Österreich, den bisherigen Höchststand gab es im Jahr 2018 mit 41, 2019 waren es 39.

„Leider fand die Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen gestern in Graz/Lend eine schreckliche Fortsetzung. Daher ist auch die Gewalttat von Sonntag auf das Schärfste zu verurteilen. Dieser Vorfall hat uns gezeigt, dass Gewaltschutz nach wie vor ein aktuelles und wichtiges Thema ist. Wir müssen alles tun um Frauen in Graz zu schützen“, so Sozialstadtrat Kurt Hohensinner und ergänzt: „Jetzt sollte auf allen Ebenen lösungsorientiert gedacht werden. In Communities in denen nachweislich mehr Straftaten begangen werden, braucht es ein genaues Hinschauen von Polizei und Behörden sowie die intensive Weiterführung von ,Sicher Leben in Graz‘. Leider suchen Weggewiesene Personen oft die eigene Wohnung und Familie wieder auf. Daher arbeiten wir mit dem Land Steiermark in Graz an einer vorrübergehenden Unterbringungsmöglichkeit für weggewiesene Männer, um Frauen bestmöglich zu schützen.“

„Es gibt immer wieder Männer, die ein Betretungsverbot erhalten haben und nicht wissen, wo sie unterkommen sollen. Das Angebot von betreuter Zwischenunterbringung wirkt hier deeskalierend und gewaltpräventiv, denn falls ein Mann nach einem Betretungsverbot keine Wohnmöglichkeit zur Verfügung hat, kann das zu einer Destabilisierung und Überforderung beitragen, und dadurch erhöht sich die Gefährdungslage“, so Christian Scambor, Leiter des VMG Steiermark.

Graz, am 19. Juli 2021

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