Mehr als 600 steirische Naturdenkmale suchen ihre Pat:innen

Neue Naturschutz-Initiative gestartet

Präsentierten die Patenschaftsaktion für Baum-Naturdenkmale: Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes Steiermark , Ursula Lackner, Naturschutzlandesrätin, Fritz Stockreiter, Landesleiter der Berg- und Naturwacht Steiermark, Christian Mairhuber, Naturschutzbeauftragter des Landes Steiermark (v.l.).
Präsentierten die Patenschaftsaktion für Baum-Naturdenkmale: Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes Steiermark , Ursula Lackner, Naturschutzlandesrätin, Fritz Stockreiter, Landesleiter der Berg- und Naturwacht Steiermark, Christian Mairhuber, Naturschutzbeauftragter des Landes Steiermark (v.l.).© Bild: Land Steiermark/Purgstaller; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (26. Jänner 2022).- Sie sind einzigartige Schöpfungen der Natur, lebendige Geschichte und wichtige Hotspots für die Biodiversität: mehr als 600 Baum-Naturdenkmale in der Steiermark. Viele von ihnen sind bereits mehrere Jahrhunderte alt und brauchen dementsprechende Pflege, damit sie auch weiteren Generationen erhalten bleiben. Das Land Steiermark arbeitet dabei intensiv mit dem Naturschutzbund Steiermark und der Steirischen Berg- und Naturwacht zusammen, die notwendigen Maßnahmen werden aus einem Naturdenkmal-Pflegefonds finanziert.

Neben dem Erhalt bestehender Naturdenkmale ist das Naturschutzreferat des Landes Steiermark auch stets bemüht, weitere wertvolle Bäume als Naturdenkmale auszuweisen, um sie damit nachhaltig zu schützen. So haben im vergangenen Jahrzehnt 155 „neue" Bäume dieses besondere Prädikat erhalten. Andere wiederum sind verloren gegangen, weil sie nicht mehr zu retten waren. Dennoch spielen auch diese Bäume eine wertvolle Rolle: Ihr Holz wird nicht beseitigt, sondern in der Natur belassen – als Lebensraum für viele Pflanzen, Insekten und andere Organismen.

Patenschaftsaktion gestartet
Den Wert der Baum-Naturdenkmale in der Steiermark stärker in den Fokus rücken, sie sichtbarer machen und den Steirerinnen und Steirern die Möglichkeit geben, sich bei der Pflege dieser Monumente einzubringen – das ist das Ziel der Patenschaftsaktion, die Naturschutzlandesrätin Ursula Lackner gemeinsam mit dem Naturschutzreferat des Landes, dem Naturschutzbund Steiermark und der Steirischen Berg- und Naturwacht nun ins Leben ruft. Jede Steirerin, jeder Steirer kann mitmachen und eine Patenschaft übernehmen. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch der Beitrag ist - jeder kann helfen.

Die Patenschaften gibt es in verschiedenen Kategorien, damit jede und jeder selbst entscheiden kann, mit welchem Beitrag er beim Erhalt der Baum-Naturdenkmale helfen möchte

  • Bronze: ab 30 Euro pro Kalenderjahr
  • Silber: ab 60 Euro pro Kalenderjahr
  • Gold: ab 90 Euro pro Kalenderjahr
  • Darüber hinaus gibt es noch die Diamant-Patenschaft. Sie richtet sich an größere Sponsoren, die zumindest 3000 Euro beisteuern.

Unabhängig davon, wer wie viel beiträgt, bekommt jede Patin und jeder Pate eine Urkunde und wird über den Fortschritt der Pflegemaßnahmen an den steirischen Baum-Naturdenkmalen auf dem Laufenden gehalten.

Die eingelangten Spenden sind steuerlich absetzbar und werden zur Gänze für die Erhaltung der steirischen Baum-Naturdenkmale genützt. Sie kommen nicht einem spezifischen Baum zugute, sondern allen Naturdenkmälern gleichermaßen. So können die notwendigen Pflegemaßnahmen überall rasch durchgeführt werden.

Alle Informationen gibt es auf der eigens dafür eingerichteten Webseite  www.baumnaturdenkmal.at.

Statements:
Ursula Lackner, Naturschutzlandesrätin: „Die mehr als 600 Baum-Naturdenkmale in der Steiermark sind einzigartige Naturschöpfungen, lebendige Geschichte und wesentlich für die Biodiversität in der Steiermark. Mit der Patenschaftsaktion möchten wir die Bedeutung der Baumriesen stärker ins Bewusstsein rücken und den Steirerinnen und Steirern die Möglichkeit geben, sich an der Erhaltung zu beteiligen."

Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes: „Hotspots der Biodiversität: Alte Bäume beeindrucken nicht nur durch ihre Größe, Höhe und Knorrigkeit, sie sind Lebensräume der auf Altbäume spezialisierten Tier- und Pflanzenarten. Darauf wachsende Flechten können Jahrhunderte alt sein. Es gibt tausende seltene Insektenarten, die Altholz bewohnen. Dadurch sind auch absterbende Baumriesen besondere Refugien gefährdeter Arten - und als Hotspots der Biodiversität erhaltenswert."

Fritz Stockreiter, Landesleiter der Berg- und Naturwacht Steiermark: „Die jährliche Kontrolle aller Naturdenkmal-Bäume ist für die Berg- und Naturwacht behördlich festgelegte verpflichtende Organtätigkeit. Dabei erfolgt eine standardisierte Sichtkontrolle gemäß der ÖNORM L 1122, die als sorgfältige äußere fachkundige Inaugenscheinnahme des Baumes vom Boden aus definiert wird. Der zuständigen Behörde der Bezirkshauptmannschaft wird eine aussagekräftige Meldung über den Zustand des zum Naturdenkmal erklärten Baumes erstattet. Die Kontrollberichte werden in weiterer Folge vom Naturschutzbeauftragten bearbeitet."

Christian Mairhuber, Naturschutzbeauftragter des Landes Steiermark: „Die Naturdenkmale sind es wert, erhalten zu werden, auch wenn das manchmal großen Aufwand bedeutet. Sie sind wichtige Leuchttürme in der Landschaft, die bei den Steirerinnen und Steirern das Bewusstsein für den Naturschutz schärfen."

Graz, am 26. Jänner 2022

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