Regionalkonferenz zur Kulturstrategie 2030 in der Region Obersteiermark West

LR Drexler hat großen Beteiligungsprozess in der ganzen Steiermark gestartet

Im Zentrum Judenburg fand gestern die vierte von insgesamt acht Regionalkonferenzen im Rahmen der Kulturstrategie 2030, die in den nächsten Wochen in der Steiermark über die Bühne gehen werden, statt: „Mit den Regionalkonferenzen zur Kulturstrategie haben wir einen großen öffentlichen Beteiligungsprozess gestartet", leitete Kulturlandesrat Christopher Drexler den Abend, zu dem rund 140 Interessierte aus der Region Obersteiermark West und darüber hinaus gekommen waren, ein. Als Ehrengäste wurden neben der Vizebürgermeisterin von Judenburg Elke Florian, Landesrätin Ursula Lackner und Bundesrätin Isabella Kaltenegger sowie zahlreiche weitere kommunalpolitische Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks begrüßt.

Fünf Thementische zur steirischen Kunst- und Kulturlandschaft

Schon am Nachmittag arbeiteten rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus regionalen Kulturinitiativen, volkskulturellen Verbänden, den Gemeinden, dem Regionalmanagement sowie Einzelkünstlerinnen bzw. -künstler an fünf thematisch unterschiedlich ausgerichteten Tischen und leuchteten unterschiedliche Felder der steirischen Kunst- und Kulturlandschaft aus.
Organisiert von den beiden Kulturexperten, Heidrun Primas und Werner Schrempf, wurden in den Gruppen örtliche, strukturelle und inhaltliche Themenstellungen mit Fokus auf die Region Obersteiermark West erörtert, diskutiert und dokumentiert. Die Ergebnisse wurden am Abend jeweils von den Moderatorinnen bzw. Moderatoren dieser „Thementische" präsentiert.

Die inhaltlichen Ideen aus der Region Obersteiermark West

Die Ergebnisse der Thementische zeichneten ein interessantes Bild der Region Obersteiermark West. Gleich anfangs wurde festgestellt, dass viele Kunstschaffende sehr nah beieinander wohnen und arbeiten und man sich dennoch nicht kennt. Die Vorbereitung für die Regionalkonferenz und das gemeinsame Erarbeiten von Themen hat die unterschiedlichsten Menschen schließlich zusammengebracht, die sich in weiterer Folge auch wieder treffen und weiter arbeiten möchten.
Vielfach wurde über die Schaffung von „Orten des Handelns" gesprochen, Orte, an denen man Menschen dazu bringen kann, Kunst und Kultur zu schaffen, die aber gleichzeitig auch Orte sind, an denen Kunst und Kultur genossen werden kann. Dadurch wäre das Sichtbarmachen von Potenzialen möglich. Der Wunsch nach „Räumen" vor allem für junge Menschen, mit wenig Bürokratie und unkomplizierter Handhabung wurde mehrfach vorgebracht. Gerade für Kinder und Jugendliche wären niederschwellig betretbare Räume wichtig, um ihnen die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen.
Auch das Ehrenamt war ein wichtiger Teil der Debatte in der Region Obersteiermark West. Es wurde der Ruf nach einer Neudefinition des Ehrenamtes laut. Es wurde festgestellt, dass das „alte" Ehrenamt langsam weniger werde, der so genannten „Kümmerer" aber unbedingt notwendig ist. Insofern wäre an einer Motivation für Ehrenamtliche zu arbeiten, etwas, was sie antreibt, gerne für die Gesellschaft arbeiten zu wollen.


Künstlerische Beiträge reflektieren Diskussionsinhalte

Eingeleitet wurde der Abend durch einen Kurzvortrag der deutschen Intendantin Amelie Deuflhard. Die künstlerische Leiterin des größten deutschen Produktionshauses für zeitgenössische und darstellende Kunst, Kampnagel in Hamburg war online zugeschaltet. Obwohl Kampnadel für eine Großstadt entwickelt wurde, konnte sie viele Paralellen zur Steiermark ziehen. Die Öffnung unterschiedlicher Disziplinen findet auf ihren Bühnen statt: Hochkultur, Popkultur und Subkultur - neue Volkskulturen, die Großstädte verbinden. Wichtig ist ihr die lokale Verankerung mit der globalen Aktion, das interdisziplinäre Zusammenarbeiten, auch zwischen Jung und Alt.
Ein besonders schöner Programmpunkt des Abends war das literarisch-musikalische Gemeinschaftsprojekt der Lyrikerin Isabella Krainer gemeinsam mit zwei Musikern der Lebenshilfe Murau. Sie haben die Welt lyrisch und hymnisch auf den Kopf gestellt und der Europahymne eine neue Interpretation verschafft.

 

LR Drexler: „Möglichst viele Steirer sollen Teil der Gestaltung der steirischen Kulturstrategie sein"

Kulturlandesrat Christopher Drexler: „Wir haben einen Beteiligungsprozess gestartet, wie es ihn für die Kultur in der Steiermark kaum jemals gegeben hat. Von den volkskulturellen Verbänden über die regionalen Kulturinitiativen bis zu jedem einzelnen Kulturinteressierten wollen wir möglichst viele Steirerinnen und Steirer einladen, mit dabei zu sein und sich einzubringen. Sie alle sollen die Möglichkeit bekommen, Teil der Gestaltung der Kulturstrategie des Landes Steiermark zu werden. Wir wollen damit ein neues Kapitel der Kulturpolitik in der Steiermark aufschlagen." Die ressortmäßige Zusammenführung von Hochkultur und Volkskultur hob er als wesentliche Weichenstellung hervor: „Wir reden von einer Kultur. Für die steirische Kulturpolitik wünsche ich mir einen zukunftsorientierten Prozess, einen gemeinsamen Aufbruch in die Zukunft." Drexler bezeichnet das „Zuhören als ein Privileg" der Kulturkonferenzen, bei der „jeder externe Impuls zum Nachdenken anregt."
Landesrätin Ursula Lackner betonte den modernen und zeitgenössischen Ansatz der Veranstaltung und stellte fest, dass in unserer Gesellschaft der Kunst und Kultur eine ganz bedeutende Rolle zukomme und damit selbstverständlich auch den Kunstschaffenden. Eine zusammenfassende Strategie, dies alles zu rezipieren sei das wichtige an dieser Konferenz, sowie das „Zuhören und sich auf die Erkenntnisse einlassen".


Kulturstrategie wird in Landesregierung und Landtag debattiert

Nach Abschluss der Regionalkonferenzen werden die gesammelten Ergebnisse durch die Kulturabteilung des Landes Steiermark für die kulturpolitischen Leitlinien der kommenden Jahre aufbereitet. Die Kulturstrategie 2030 wird anschließend in die Steiermärkische Landesregierung und den Landtag Steiermark zur Debatte und Beschlussfassung eingebracht.

Weitere Informationen und Mitdiskutieren

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Regionalkonferenz in der Region Obersteiermark West sind - genauso wie alle Kulturinteressierten in der ganzen Steiermark - herzlich eingeladen, auch am weiteren Prozess mitzuwirken und ihre Meinungen und Sichtweisen einzubringen.

 

 kultur.steiermark.at

kulturstrategie2030@stmk.gv.at

Live-Stream:  www.die-organisation.at/kulturstrategie-2030/live

 

Fotos zur honorarfreien Verwendung ((c) Nikola Milatovic) finden Sie hier:

 https://drive.google.com/drive/folders/16ockipLhxDKx6V93EjVhB7orv9jRuEyn?usp=sharing

 

 

 

 

 

Michael Eisner
Pressesprecher
Büro Landesrat Mag. Christopher Drexler
0316/877 4471
Mail: michael.eisner@stmk.gv.at 


 

Die weiteren Termine und Orte der Regionalkonferenzen

 

Montag, 23. Mai, 19:00 Uhr

Region Obersteiermark Ost im Veranstaltungszentrum Krieglach

 

Montag, 30. Mai, 19:00 Uhr

Region Südweststeiermark im Schloss Seggau bei Leibnitz

 

Montag, 13. Juni, 19:00 Uhr

Region Liezen im Öblarner Haus für Alle

 

Dienstag, 21. Juni, 19:30 Uhr

Graz im Schauspielhaus Graz

 

Anmeldung zu den Regionalkonferenzen:  kultur.steiermark.at

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