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Hochwasserschutz Messendorferbach: Des Widerspenstigen Zähmung

Nicht nur die Sicherheit vor Hochwasserereignissen, sondern auch eine nachhaltige ökologische Aufwertung und zusätzlich einen wertvollen Beitrag zum lokalen Klimaschutz bringt das Rückhaltebecken Messendorferbach. Heute wurde das Bauwerk offiziell eröffnet.

Bildbeschreibung: Zwei Frauen stehen vor einer Tafel und der Mauer eines Hochwasserschutz-Bauwerks.
Landesrätin Simone Schmiedtbauer (l.) und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (r.) eröffneten den Hochwasserschutz am Messendorferbach© Foto Fischer; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Bildbeschreibung: Gruppenbild vor der Mauer eines Hochwasserschutz-Bauwerks.
Rund 2,5 Millionen Euro wurden in den Hochwasserschutz am Messendorferbach in Graz investiert.© Foto Fischer; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (30. April 2024).- Auch wenn er nicht länger als rund drei Kilometer ist, hat es der Messendorferbach im mehrfachen Sinne des Wortes in sich: Das Gewässer, das am nördlichen Teil des Messendorfberges entspringt und jenseits der südöstlichen Stadtgrenze von Graz in den Raababach mündet, sorgte vor allem im dicht besiedelten Grenzbereich zwischen Graz und Raaba-Grambach nach starken Regenfällen immer wieder für schwere Überschwemmungen. Um dem Einhalt zu gebieten, wurde von der Stadt Graz unter finanzieller Mithilfe der Republik Österreich und des Landes Steiermark ein Schutzprojekt umgesetzt, in das insgesamt rund 2,5 Millionen Euro investiert wurden. Das neue Rückhaltebecken entlang des Arnikaweges im Stadtbezirk St. Peter kann rund 20.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Der Abfluss aus dem Messendorferbach wird dadurch bei einem 100-jährlichen Hochwasser – also einem Hochwasserereignis, wie es statistisch gesehen alle 100 Jahre vorkommt – von vorher 6,6 auf 2 Kubikmeter pro Sekunde reduziert, was für die Bevölkerung einen bestmöglichen Schutz verspricht. Zusätzlich zu dem Rückhaltebecken erfolgte ein ergänzender Linearausbau entlang des Baches zwischen der Steinkleegasse und der Stadtgrenze. Am noch fehlenden Bachausbau weiter stromabwärts, im Gemeindegebiet von Raaba, wird intensiv gearbeitet. Die wichtige Grundlage wurde mit dem fertiggestellten Rückhaltebecken bereits geschaffen.

Ökologische Gestaltung des Schutzprojekts
Der Wert des Bauvorhabens im Bereich des Arnikaweges in Graz-St. Peter erschöpft sich aber bei weitem nicht „nur“ in mehr Sicherheit für die Bevölkerung, sondern auch in einer eklatanten Aufwertung der ökologischen Situation rund um den Bach, wissen der Leiter der städtischen Abteilung für Grünraum und Gewässer, Robert Wiener, und Projektleiterin Ulrike Savora: „Dieses Projekt ist ein Vorzeigebeispiel für die Sicherung von Grünflächen. Diese Grün- und Retentionsflächen liegen im öffentlichen Gut und sind deshalb nachhaltig vor einer Wohnverbauung geschützt!“ Bereits im Jahr 2006 hatte sich die Stadt ein für die Umsetzung der Maßnahmen notwendiges Baugrundstück gesichert, nach der Fertigstellung des Dammbauwerks schufen Erdbaumaßnahmen und eine Bepflanzung mit ökologisch wertvollen Gehölzen wertvolle Naturräume, die den Menschen sanfte Erholung und der Tier- und Pflanzenwelt wichtige Rückzugsräume bieten. Neben heimischen Baum- und Straucharten bieten auch ein Feuchtbiotop und ein Trockenstandort Entfaltungsmöglichkeiten für die im Grazer Stadtgebiet vielerorts in Bedrängnis geratene Fauna und Flora. Damm- und Einstauflächen liegen jetzt im öffentlichen Wassergut. Baubeginn für das Projekt war im Dezember 2022, im Juni des Vorjahres waren die Betonarbeiten weitgehend abgeschlossen. Nach Fertigstellung der weiteren Bauarbeiten im Herbst 2023 folgten die Bepflanzungen und ökologischen Gestaltungen.

Statements:
Bundesminister Norbert Totschnig: „Der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser ist mir ein großes Anliegen. Daher investieren wir als zuständiges Bundesministerium in ganz Österreich laufend in bauliche Maßnahmen und ökologische Verbesserungen. Für das Rückhaltebecken am Messendorferbach stellen wir rund 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Jeder Euro, den wir in Hochwasserschutz investieren, ist eine Investition für mehr Sicherheit, für mehr Ökologie und stützt auch die regionale Wirtschaft.“

Landesrätin Simone Schmiedtbauer: „Mit der Fertigstellung des Hochwasserschutzprojektes Messendorferbach setzen wir ein weiteres Schlüsselprojekt für einen umfassenden Hochwasserschutz in Graz um. Das Rückhaltebecken und der Linearausbau bieten Schutz vor Naturgewalten für zahlreiche Menschen und Gebäude in Graz. Daher freut es mich, dass wir als Land Steiermark gemeinsam mit unseren Partnern 2,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um dieses Projekt zu ermöglichen!“

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner: „Jedes Jahr verdeutlichen uns immer heftigere Starkregenfälle die zunehmend dramatischen Auswirkungen des Klimawandels. Überschwemmungen sind leider nur allzu oft die Folge. Hochwasserschutzprojekte wie diese sind daher von entscheidender Bedeutung. Sie schützen nicht nur effektiv vor den Folgen von Hochwasser, sondern leisten auch durch ihre ökologische Gestaltung einen wichtigen Beitrag zum lokalen Klimaschutz. Diese ganzheitliche Herangehensweise, umgesetzt in Zusammenarbeit mit unseren Partner:innen auf Landes- und Bundesebene, passt hervorragend zu unserer städtischen Biodiversitätsstrategie!“

Rückfragehinweis:

  • Maximilian Gutjahr | Büro Landesrätin Schmiedtbauer | Tel: +43 676 8666 4105 | E-Mail: maximilian.gutjahr@stmk.gv.at

Graz, am 30. April 2024

Bearbeiter dieser Information: Martin Schemeth, Telefonnummer +43 (316) 877-4204 und +43 (676) 86664204  oder E-Mail: martin.schemeth@stmk.gv.at 
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