Fahrzeugwerkstätte am Cargo Terminal Graz wurde erweitert
Serviceeinrichtung dieser Art gibt es an keinem anderen Terminal.

Nach 11-monatiger Bauzeit (April 2025 bis Februar 2026) wird mit der Eröffnung der erweiterten Fahrzeugwerkstätte am Cargo Terminal Graz (Terminal Graz-Süd in Werndorf) ein bedeutender Meilenstein für die Weiterentwicklung des Standorts gesetzt. Die neue Infrastruktur, in die rund 4,6 Millionen Euro investiert wurden, befindet sich derzeit im Probebetrieb und nimmt am 6. April 2026 den Vollbetrieb auf, wodurch die Leistungsfähigkeit des Terminals nachhaltig gestärkt wird.
Realisiert wurde das Projekt unter der Projektleitung der Steiermärkischen Landesbahnen (StLB) in Zusammenarbeit mit der Güterterminal Werndorf Projekt GmbH (GWP) als Grundstückseigentümerin und Errichterin.
Seit 2003 sind die StLB Betriebsführer der Eisenbahn- und Umschlaganlagen am Cargo Terminal Graz und seit 2010 für alle eisenbahntechnischen und betrieblichen Aktivitäten verantwortlich. Die Cargo Center Graz Betriebs GmbH und Co KG (CCG) übernimmt als Betreiber des Güterverkehrszentrums das Management der Immobilien- und Allgemeinflächen. Durch das kontinuierliche Wachstum des Terminals in den letzten zwei Jahrzehnten wurde auch der Tätigkeitsbereich der StLB erweitert und führte zu einem steigenden Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur. Die Erweiterung der Fahrzeugwerkstätte stellt einen entscheidenden Meilenstein in dieser Entwicklung dar und trägt maßgeblich zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts bei. Gleichzeitig leistet dieses Projekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Steiermark.
BESCHREIBUNG DES PROJEKTES:
In den letzten Jahren haben die StLB zahlreiche Maßnahmen zur Optimierung des Terminals ergriffen, um dessen Attraktivität für Wirtschaft, Industrie, Speditionen und Reedereien zu steigern und gleichzeitig die Abläufe effizienter zu gestalten. Mit der kontinuierlichen Zunahme des Containerumschlags wächst auch die Zugfrequenz am Terminal, wodurch die bestehende Werkstätte an ihre Kapazitätsgrenzen stieß. Außerdem bringen die Erweiterung des Terminals durch die Anschlussbahn Nord im Oktober 2024 sowie durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn ein weiteres deutliches Wachstum des Zugverkehrs sowohl am Terminal als auch auf der Strecke mit sich.
Um den Verkehr auch in Zukunft erfolgreich von der Straße auf die Schiene zu verlagern, ist eine entsprechende Infrastruktur unerlässlich. Die Verfügbarkeit von Werkstätten für Schienenfahrzeuge spielt dabei eine Schlüsselrolle. Mit der Erweiterung der Fahrzeugwerkstätte am Terminal werden attraktive Rahmenbedingungen für den Eisenbahnverkehr geschaffen, die es ermöglichen, Schadwagen direkt bei Ankunft zu reparieren und Lokomotiven einer Revision zuzuführen.
Mit der Inbetriebnahme der neuen Halle wurde die Nutzfläche mehr als verdoppelt, wodurch künftig mehrere Fahrzeuge gleichzeitig bearbeitet werden können. Aktuell sind neun Mitarbeitende in der Werkstätte beschäftigt; abhängig von neuen Aufträgen ist in den kommenden Monaten und Jahren mit weiterem Personalaufbau zu rechnen.
Durch die vergrößerte Fahrzeugwerkstätte profitieren die rund 30 Eisenbahnverkehrsunternehmen, die den Terminal laufend nutzen, von deutlich mehr Flexibilität, da jederzeit ein Ganzzugvolumen zur Verfügung steht und eine etwaige erforderliche Überstellung von Ersatzwagen sowie die kostenintensive Bereitstellung von Ersatzlokomotiven entfällt. Dadurch wird eine hohe Planbarkeit und Sicherheit hinsichtlich der Fahrzeugverfügbarkeit gewährleistet. Eine Serviceeinrichtung dieser Art ist an keinem anderen Terminal gegeben und bringt damit einen Vorteil und ein Alleinstellungsmerkmal für den Cargo Terminal Graz mit sich.
Die Ausschreibung und Ausführung der baulichen Maßnahmen sowie die Rahmenfinanzierung der Fahrzeugwerkstättenerweiterung erfolgte über die Güterterminal Werndorf Projekt GmbH (GWP) als Eigentümerin der Terminalanlagen sowie der Bestandswerkstätten.
PROJEKTBEREICHE:
1. Erweiterung der bestehenden Werkstätte:
Die Erweiterung der bestehenden Halle umfasst ein zusätzliches Hallengleis für Arbeiten an Triebfahrzeugen, Güter- und Personenwägen. Die neuen Gebäudeabmessungen betragen 76 m Länge, 10,7 m Breite und 14,4 m Höhe, mit einer Bruttogeschoßfläche von ca. 813 m² und einer Kubatur von ca. 11.700 m³. Der Zubau erfolgte südöstlich der bestehenden Werkstätte in Stahl-Skelettbauweise und wird mit einer Gleisaufständerung von ca. 20 m ausgestattet. Weitere Merkmale sind eine abgesenkte Arbeitsgrube, ein Hallenkran (10t), ein Lagerlift, eine Dieselrauchgasabsauganlage sowie eine Mittel- und Dacharbeitsbühne mit Strom-, Druckluft- und Wasseranschlüssen. Die Gleisanlage auf der Aufständerung sowie das weitere Mattengleis in der Halle wurden als Messgleis der Kategorie B/C ausgeführt.
2. Anpassung der Gleisanlagen:
Aufgrund der Erweiterung mussten Änderungen an den Gleisanlagen durchgeführt werden.
BESONDERHEITEN:
Die Errichtung der Werkstättenerweiterung und dessen Anbindung zum Bestand erfolgte während des Vollbetriebs in der bestehenden Fahrzeugwerkstätte. Im Vorfeld hergestellte Provisorien ermöglichten den reibungslosen Werkstätten- und Baustellenbetrieb.
ZEITLICHE ECKDATEN ZUR FERTIGSTELLUNG:
Die Erweiterung der Fahrzeugwerkstätte wurde termingerecht fertiggestellt. Vor der regulären Inbetriebnahme des Werkstättenbetriebs am 06.04.2026 werden diverse Abnahmen und Dokumentationen sowie ein Probebetrieb inkl. Schulungen durchgeführt.
Baubeginn: 31.03.2025
Fertigstellung: 13.02.2026
Probebetrieb, Schulungen, Doku: bis 03.04.2026
Inbetriebnahme: 06.04.2026
KOSTEN: 4,6 Millionen €
ALLGEMEIN:
· Bauwerber/Errichter: Güterterminal Werndorf Projekt GmbH, Am Terminal 1c, A-8402 Werndorf
· Grundstückeigentümer:Güterterminal Werndorf Projekt GmbH, Am Terminal 1c, A-8402 Werndorf
· Projektleitung: Steiermärkische Landesbahnen, Eggenberger Straße 20, A-8020 Graz
· Streckenbezeichnung: ÖBB Strecken-Nr.: 10501, von km 226,93 bis 227,12
Zitate
Verkehrslandesrätin Mag. Dr. Claudia Holzer, LL.M.:
„Die Erweiterung der Fahrzeugwerkstätte stellt einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung des Cargo Terminals Graz dar und trägt maßgeblich zur Stärkung des Standorts bei. Die Werkstätte ist eine Serviceleistung, die an keinem anderen Terminal angeboten wird. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal heben wir uns klar vom Wettbewerb ab. Gleichzeitig leistet dieses Projekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Steiermark."
Wirtschaftslandesrat DI Willibald Ehrenhöfer:
„Der Cargo Terminal Graz hat sich als modernes Logistikzentrum zu einer leistungsstarken Drehscheibe im Herzen Europas entwickelt und ist damit ein wichtiger Erfolgsfaktor für unseren Wirtschaftsstandort. Die Investition in eine erweiterten Fahrzeugwerkstätte schafft ein österreichweit einzigartiges Serviceangebot, erhöht die Wettbewerbsfähigkeit des Terminals und unterstützt die konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Damit schreiben wir die Erfolgsgeschichte unseres Logistikstandorts in Werndorf konsequent fort und stärken die Steiermark als Zukunftsland."
Mag. (FH) Ronald Kiss, Direktor Steiermärkische Landesbahnen :
„Für die Steiermärkischen Landesbahnen ist es wichtig den Standort für Eisenbahnverkehrsunternehmen attraktiv zu gestalten. Ein wesentlicher Teil davon ist die Werkstätte für Schienenfahrzeuge. Es freut uns, dass wir mit der Erweiterung der gestiegenen Nachfrage Rechnung tragen dürfen."
DI Reinhard Hinrichs und Mag. Heimo Kniechtl, Geschäftsführer GWP:
„Die Errichtung der Fahrzeugwerkstätte stellte eine interessante Aufgabe dar. Die GWP zeigt sich zufrieden, das Projekt der Steiermärkischen Landesbahnen fristgerecht und budgetkonform übergeben zu können."
26. Februar 2026
