Ablenkung und Unachtsamkeit sind nach wie vor Unfallursache Nummer 1
Mit dem "Verkehrssicherheitsprogramm 2026+" bekennt sich die Steiermark klar zu dem Ziel, die Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen kontinuierlich zu reduzieren. Boom bei Elektromobilität auf zwei Rädern als große Herausforderung.

Graz (5. Mai 2026).- „Schon im Wort steckt es, die Mobilität ist ständig in Bewegung. Sie verändert sich, neue Mobilitätsformen wie in den letzten Jahren die Elektromobilität auf zwei Rädern kommen auf den Markt und stellen damit die Verkehrssicherheitsarbeit vor neue Herausforderungen. Mit dem ‚Verkehrssicherheitsprogramm 2026+‘ bekennt sich die Steiermark klar zu dem Ziel, die Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen kontinuierlich zu reduzieren. Es bildet die Grundlage für eine sichere, nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilitätsentwicklung“, erklärte Verkehrslandesrätin Claudia Holzer heute Vormittag (5. Mai 2026) im Rahmen einer Pressekonferenz.
Statistische Daten (für 2025 liegt eine ausgewertete Unfallstatistik des Innenministeriums noch nicht vor):
Betrachtet man die Unfälle der verschiedenen Verkehrsarten, so zeigt sich die Veränderung bei den Getöteten am stärksten beim Pkw. Von 2015 bis 2024 ist ein Rückgang von 30 Prozent festzustellen. Ebenso kann ein Rückgang der Schwerverletzten beim Pkw (-11 Prozent) und bei den Fußgängern (-28 Prozent) verzeichnet werden.
„Unachtsamkeit/Ablenkung“ ist seit zehn Jahren die Nummer 1 bei den Unfallursachen. Bei Unfällen mit Getöteten (insgesamt 63 im Jahr 2024, 2015 waren es 77) hat „Ablenkung“ mit 37 Prozent als Unfallursache „Geschwindigkeit“ mit 16 Prozent überholt.
Der Anteil an Unfällen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern (Fußgänger, Rad-, E-Bike-, E-Scooter-, Moped- und Motorradfahrer) steigt seit Jahren stetig an, im Jahr 2024 lag er bei 60 Prozent aller Unfälle. 1.773 Radunfälle inkl. E-Scooter stellen 32 Prozent aller Unfälle dar. Von allen Radunfällen sind 28 Prozent Unfälle mit dem E-Bike und 17 Prozent mit dem E-Scooter. 2024 gab es in der Altersgruppe der 25- bis 64-Jährigen 70 Prozent mehr Unfälle mit Fahrrad oder E-Scooter als 2015.
Im Jahr 2024 ereigneten sich in der Steiermark 1.127 Unfälle mit Motorrad oder Moped, wobei der Anteil der Motorrad-Unfälle 58 Prozent beträgt. Dabei beachtlich ist die Steigerung bei den über 65-Jährigen um 40 Prozent gegenüber 2015. Während die gesamten Motorradunfälle im Jahr 2024 eine Erhöhung um 13 Prozent gegenüber 2015 aufweisen, kann bei den Mopedunfällen eine Reduzierung von 29 Prozent festgestellt werden.
Verkehrslandesrätin Claudia Holzer: „Umso wichtiger sind Kampagnen wie kostenlose E-Bike-Kurse, vergünstigte Motorradtrainings oder die Initiative ‚Augen auf die Straße‘, die auf das Thema Ablenkung fokussiert und mit der wir mit einem Aktionstheater auch in Volksschulen unterwegs sind und bereits über 14.000 Kinder erreicht haben. Und aufgrund der gestiegenen Unfallzahlen werden wir noch heuer beginnen, kostenlose E-Scooter-Trainings anzubieten.“
Geplante Maßnahmen (auszugsweise):
- Ausstattung kurvenreicher, gefährlicher Strecken mit Leitschienenvorhängen, um die Schwere bei Motorradunfällen zu reduzieren.
- Beseitigung von Unfallhäufungsstellen in Zusammenarbeit mit den Bezirksverwaltungsbehörden und Amtssachverständigen. Erforderliche bauliche Maßnahmen werden im Bauprogramm prioritär berücksichtigt.
- Kostenlose Trainings für E-Bike-Fahrer.
- Kostenlose Trainings für E-Scooter-Fahrer.
- Thematisierung der Gefahr des „Toten Winkels“.
- Weiterführung der Kampagne „Augen auf die Straße“, die das Thema Ablenkung im Fokus hat.
- Umsetzung der Kampagne zum Perspektivenwechsel: Ein Perspektivenwechsel im Straßenverkehr fördert das Verständnis zwischen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern, erhöht die Sicherheit und reduziert Unfälle durch gegenseitige Rücksichtnahme.
Maria Knauer-Lukas (A16, Projektleiterin VSP): „Verkehrssicherheit beginnt mit dem Bewusstsein, dass jede Entscheidung im Straßenverkehr Folgen für die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer hat. Ein kurzer Moment der Ablenkung oder auf das eigene Recht zu pochen statt Rücksicht zu nehmen kann entscheidend sein.“
Verkehrssicherheitsarbeit hat in der Steiermark eine lange Tradition. So wurde bereits 2003 der Verkehrssicherheitsbeirat gegründet, 2004 das erste Verkehrssicherheitsprogramm präsentiert, womit die Steiermark national federführend ist. Das mittlerweile vierte Verkehrssicherheitsprogramm baut auf die vorangegangenen auf.
Landesbaudirektor und Leiter der Abteilung 16 (Verkehr und Landeshochbau) Andreas Tropper: „Alles ist in Bewegung, aber wir halten Kurs. Die Mobilität hat sich in den letzten Jahren durchaus verändert und auch die Unfallursachen haben sich verschoben. Das Ziel, die Steiermark jeden Tag sicherer zu machen, ist aber natürlich geblieben.“
Das "Verkehrssicherheitsprogramm 2026+" finden sie
hier
Rückfragehinweis:
Andreas Kreminger | Büro Landesrätin Holzer | Mobil: +43 676 8666 2169
Tel. +43 (316) 877 2169 | E-Mail: andreas.kreminger@stmk.gv.at
Graz, am 5. Mai 2026
Rene Kronsteiner unter Tel.: +43 (316) 877-2283, bzw. Mobil: +43 (664) 1236433 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: rene.kronsteiner@stmk.gv.at zur Verfügung.
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