Steirische Grundversorgung: Informationskampagne soll Spitalsambulanzen entlasten – „Immer zuerst zum Hausarzt“
Land Steiermark, Ärztekammer und ÖIF bündeln ihre Kräfte und informieren grundversorgte Personen aktiv über das österreichische Gesundheitssystem

Graz (15. September 2026).- Das Land Steiermark, die Ärztekammer Steiermark und der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) starten eine gemeinsame Informationsinitiative, um grundversorgte Personen, Flüchtlinge (sprich Asylberechtigte) und subsidiär Schutzberechtigte besser über das österreichische Gesundheitssystem aufzuklären und Fehlsteuerungen bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu reduzieren. Im Mittelpunkt steht die Kampagne „Immer zuerst zum Hausarzt“, mit der die Bedeutung der hausärztlichen Versorgung als erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden vermittelt werden soll.
In sämtlichen steirischen Grundversorgungsquartieren werden die in sechs Sprachen übersetzten Info-Plakate affichiert sowie ergänzende Informationsmaterialien und Flyer aufgelegt. Die neu ins Land Gekommenen nehmen Notaufnahmen und Ambulanzen der Spitäler mitunter intensiv in Anspruch, weil ihnen die Abläufe und Zuständigkeiten innerhalb des österreichischen Gesundheitssystems nicht ausreichend bekannt sind. Die laufende Patientenlenkungs-Kampagne der Ärztekammer für Steiermark wird daher gezielt auch auf diese Zielgruppe mutiert. Ziel ist es, die vorhandenen Strukturen verständlich zu machen und die Ambulanzen zu entlasten.
Hausarzt als erste Anlaufstelle
Immer wieder werden Notaufnahmen und Spitalsambulanzen auch bei Beschwerden aufgesucht, die im niedergelassenen Bereich rascher und ebenso kompetent behandelt werden könnten. Die Kampagne der steirischen Ärzteschaft weist deshalb darauf hin, dass die Hausärztin beziehungsweise der Hausarzt grundsätzlich die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen ist. Von dort erfolgt bei Bedarf die Überweisung an Fachärztinnen und Fachärzte oder in eine Spitalsambulanz.
Die Plakate werden künftig in den steirischen Grundversorgungsquartieren in sechs relevanten Sprachen ausgehängt. Damit werden insbesondere Antragsteller ohne Status (sprich Asylwerber) sowie ukrainische Vertriebene angesprochen. Um auch die Zielgruppe der Flüchtlinge (sprich Asylberechtigte) und subsidiär Schutzberechtigten möglichst umfassend zu erreichen, wurde auch der Österreichische Integrationsfonds als Partner gewonnen. Neben dem Aushang der Plakate in den Quartieren sollen die Inhalte auch im Rahmen von Workshops, Werte- und Orientierungskursen und weiteren Informationsangeboten des ÖIF vermittelt werden. Dafür stellt die Ärztekammer ebenfalls die entsprechenden Schulungsunterlagen und Informationsmaterialien zur Verfügung.
Aufklärung als Beitrag zur Entlastung der Spitäler
„Neben klaren Regeln für das Zusammenleben in den Quartieren, die wir bereits umgesetzt haben, ist es auch wichtig, den grundversorgten Personen sowie den Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten die Strukturen unserer Systeme verständlich zu machen. Die Informationskampagne der Ärztekammer hilft dabei, das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Gesundheitssystem zu schärfen. Bereits wenige vermeidbare Ambulanzbesuche können spürbare Entlastungen bringen und dazu beitragen, dass die vorhandenen Kapazitäten zielgerichteter eingesetzt werden. Davon profitieren letztlich alle Patienten. Deshalb unterstützen wir diese Initiative und rollen sie aktiv in den steirischen Grundversorgungsquartieren aus. Ich bedanke mich bei der Ärztekammer Steiermark für die Bereitstellung dieser Kampagne sowie beim Österreichischen Integrationsfonds für die Unterstützung bei der Informationsvermittlung und Umsetzung dieser gemeinsamen Initiative“, betont der für die Grundversorgung zuständige Landesrat Hannes Amesbauer.
Wissen schafft Orientierung
„In den Ambulanzen und Ordinationen sehen wir täglich, wohin fehlendes Wissen über unser Gesundheitssystem führt: überlastete Notaufnahmen und wertvolle Zeit, die für echte Notfälle fehlt. Wir haben deshalb die Kampagne initiiert und nun auch in mehreren Sprachen aufgesetzt, weil Aufklärung unabhängig von der Herkunft der Patientinnen und Patienten der wirksamste Hebel ist, um das System für alle Patientinnen und Patienten funktionsfähig zu halten“, so Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer.
Gesundheitskompetenz stärken
Sabina Džalto, Leitung des ÖIF-Integrationszentrums Steiermark, erklärt: „Für Zuwanderer und Zuwanderinnen ist es wesentlich, das österreichische Gesundheitssystem zu kennen, um sich im Bedarfsfall rasch orientieren zu können und die richtigen Anlaufstellen zu finden. Deshalb vermittelt der Österreichische Integrationsfonds bereits in den verpflichtenden Werte- und Orientierungskursen grundlegendes Wissen über den Aufbau des Gesundheitssystems – von der Rolle der Hausärztin oder des Hausarztes als erste Anlaufstelle bis hin zu den richtigen Anlaufstellen in Notfällen. Die gemeinsame Initiative des Landes Steiermark, der Ärztekammer Steiermark und des Österreichischen Integrationsfonds vertieft dieses Wissen und trägt dazu bei, dass das Gesundheitssystem sachgerecht und verantwortungsvoll genutzt wird.“
Mehr Orientierung, weniger Fehlsteuerungen
Die drei Partner sind sich einig, dass eine bessere Information über die Abläufe des österreichischen Gesundheitssystems sowohl den Betroffenen als auch dem Gesundheitswesen insgesamt zugutekommt. Die Initiative soll dazu beitragen, die hausärztliche Versorgung als erste Anlaufstelle zu stärken, unnötige Ambulanzbesuche zu reduzieren und die vorhandenen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen.
Rückfragehinweis:
Oliver Brunnhofer | Büro Landesrat Amesbauer | Mobil: +43 676 8666 6746
Tel. +43 (316) 877 6746 | E-Mail: oliver.brunnhofer@stmk.gv.at
Graz, am 15. September 2026
Rene Kronsteiner unter Tel.: +43 (316) 877-2283, bzw. Mobil: +43 (664) 1236433 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: rene.kronsteiner@stmk.gv.at zur Verfügung.
A-8011 Graz - Hofgasse 16 - Datenschutz
