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„Wir sind für dich da“: Steiermark macht Hilfe bei sexualisierter Gewalt sichtbar

Soziallandesrat Hannes Amesbauer startet eine landesweite Kampagne. Die neue Website www.wirsindfuerdichda.steiermark.at bündelt alle Hilfsangebote, anonym und kostenlos.

Bildbeschreibung: Drei Männer und drei Frauen drücken gemeinsam einen roten Buzzer.
Gemeinsamer Startschuss der neuen Kampagne (v. l.): Christian Scambor (Leitung Fachstelle Gewaltarbeit beim VMG Steiermark), Yvonne Seidler (Geschäftsführerin und pädagogische Leiterin Verein Hazissa), Soziallandesrat Hannes Amesbauer, Michaela Gosch, MBA (Geschäftsführung Verein Frauenhäuser Steiermark), Thomas Vlk (Obmann Verein Männernotruf) und Janka Seidler (Pädagogische Mitarbeiterin Verein Hazissa).© Land Steiermark/Melanie Laimer; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Bildbeschreibung: Plakat der Kampagne
Das Sujet der Kampagne: Auf www.wirsindfuerdichda. steiermark.at finden Betroffene von sexualisierter Gewalt alle Anlaufstellen in der Steiermark, anonym und kostenlos.© Land Steiermark/PB Amesbauer; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Bildbeschreibung: Ein Mann spricht an einem weißen Rednerpult mit dem Landeswappen der Steiermark.
Soziallandesrat Hannes Amesbauer stellte die Kampagne „Wir sind für dich da“ im Medienzentrum Steiermark in Graz vor.© Land Steiermark/Melanie Laimer; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (4. November 2026).- Mit einem symbolischen Knopfdruck hat Soziallandesrat Hannes Amesbauer heute (4. 11. 2026) im Medienzentrum Steiermark die Website  www.wirsindfuerdichda.steiermark.at freigeschaltet. Sie ist das Herzstück der Kampagne „Wir sind für dich da“, die das Sozialressort des Landes im Vorfeld der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ startet. Die Website bündelt alle steirischen Anlaufstellen für Betroffene von sexualisierter Gewalt an einem Ort. Auch Angehörige und Freunde finden dort Rat.

Viele Betroffene schweigen aus Angst, Scham oder Unsicherheit. Den Anstoß zur Entwicklung der Kampagne gaben unter anderem vertrauliche Gespräche mit Betroffenen sexualisierter Gewalt, die sich teilweise erst Monate nach den Übergriffen jemandem anvertraut hatten. Hinzu kamen Rückmeldungen aus steirischen Apotheken, die im Rahmen ihrer täglichen Beratungstätigkeit immer wieder mit sensiblen Situationen konfrontiert sind. So zeigen insbesondere Gespräche im Zusammenhang mit der Abgabe der sogenannten „Pille danach“, dass mitunter auch Erfahrungen nicht einvernehmlicher sexueller Handlungen im Hintergrund stehen. Diese Erfahrungen verdeutlichen, wie wichtig es ist, bestehende Hilfsangebote noch sichtbarer zu machen und Betroffenen einen möglichst niederschwelligen Zugang zu professioneller Unterstützung zu ermöglichen.

„Solche Berichte zeigen, dass wir beim Schutz und bei der Unterstützung von Betroffenen nicht nachlassen dürfen. Die Steiermark hat ein dichtes Netz an professionellen Hilfsangeboten. Aber man muss die Unterstützung erst finden, oft in einem Moment der Panik. Deshalb bündeln wir jetzt alle Angebote an einem Ort“, erklärte Amesbauer.

Website rund um die Uhr erreichbar
Die Website ist dauerhaft am Sozialserver der Abteilung 11 des Landes Steiermark verankert und zu jeder Tages- und Nachtzeit abrufbar. Sie informiert verständlich über das Thema, gibt erste Orientierung und zeigt die passenden Hilfs- und Beratungsangebote in der Steiermark. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit Expertinnen und Experten, die seit vielen Jahren mit Betroffenen arbeiten.

Getragen von den steirischen Hilfseinrichtungen
In kurzen Videostatements wenden sich Expertinnen und Experten der Trägerorganisationen direkt an Betroffene, an Angehörige und an Fachkräfte. Dabei sind die Gewaltambulanz Graz, das Gewaltschutzzentrum Steiermark, die Beratungsstelle TARA, die Frauenhäuser Steiermark, Rettet das Kind Steiermark, Hazissa, der Männernotruf und die Männerberatung Steiermark.

Dort, wo Betroffene im Alltag sind
Die Kampagne setzt dort an, wo Menschen arbeiten, zusammenkommen und ihren Alltag verbringen. Partner sind die Ärztekammer, die Wirtschaftskammer und die Apothekerkammer. Mit weiteren Partnern, die die Kampagne unterstützen wollen, werden aktuell noch Gespräche geführt.

  • Plakate und digitale Sujets tragen die Botschaft „Du bist nicht allein.“ in die Öffentlichkeit. Ein QR-Code führt direkt zur Website.
  • In Apotheken gibt es zu jeder „Pille danach“ eine Visitenkarte mit QR-Code. Alle bekommen sie, niemand wird herausgegriffen.
  • Über die Ärztekammer kommen Plakate in die Ordinationen von Hausärzten.
  • Gerade junge Menschen vertrauen sich auf Social Media oft eher an als im direkten Umfeld. Deshalb verbreiten steirische Influencer die Kampagne in ihren Communitys. Ein eigenes Briefing zeigt ihnen, wie sie reagieren können, wenn sich Betroffene melden.
  • Die Wirtschaftskammer Steiermark verbreitet die Kampagne über den Newsletter der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

Gewaltschutz nachhaltig gestärkt
Mit den Förderentscheidungen für 2026 hat das Land den Gewaltschutz nachhaltig gestärkt. Für das Projekt Forensic PETRA der Medizinischen Universität Graz hat das Sozialressort rund 640.000 Euro investiert: Ein mobiler Untersuchungswagen bringt gerichtsmedizinische Expertise per Telemedizin dorthin, wo sie gebraucht wird, auch außerhalb des Grazer Zentralraums. Auf Initiative von Landesrat Amesbauer haben zudem alle Bundesländer bei der Kinder- und Jugendhilfereferentenkonferenz in Innsbruck Anträge für härtere Strafen bei Kindesmissbrauch einstimmig unterstützt.

„Ich schaue auf dieses Thema nicht nur als Soziallandesrat, sondern vor allem als Vater von zwei Töchtern. Kein Kind und keine Frau in der Steiermark darf jemals das Gefühl haben, mit ihrem Leid allein gelassen zu werden. Brechen wir gemeinsam das Schweigen und zeigen wir Betroffenen: Wir sind für dich da“, betonte Amesbauer.

Hilfe und Anlaufstellen
Alle Details und weitere Angebote auf  www.wirsindfuerdichda.steiermark.at.
Stand der Kontaktdaten: November 2026.

  • Frauenhäuser Steiermark Tel. 0800 20 20 17 (rund um die Uhr und kostenlos, Schutz und Beratung für Frauen und Kinder)
  • TARA Tel. 0316 31 80 77 (Frauen ab 16, die sexuelle Gewalt erlebt haben)
  • Rettet das Kind Steiermark Tel. 0316 83 16 90 (Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen)
  • Gewaltschutzzentrum Steiermark Tel. 0316 77 41 99 (Gewalt und Stalking, Begleitung zu Polizei und Gericht)
  • Rat auf Draht Tel. 147 (Kinder und Jugendliche, rund um die Uhr, anonym)
  • Beziehungstelefon „Reden wir!“ Tel. 0800 20 44 22 (Beziehungskrisen und Gewalt, rund um die Uhr, anonym)
  • Männerinfo Tel. 0800 400 777 (Männer und Burschen, rund um die Uhr)
  • Gewaltambulanz Graz Tel. 0664 84 38 241 (Untersuchung und Beweissicherung nach einem Übergriff)
  • Männerberatung Steiermark Tel. 0316 83 14 14 (Männer und Burschen, die Hilfe suchen)
  • Hazissa Tel. 0316 90 370 160 (Fachkräfte und Einrichtungen, Mo bis Fr 8 bis 13 Uhr)
  • Männernotruf Tel. 05 76 77 (Männer in Krisen, rund um die Uhr)

Im Notfall: Polizei 133 – Rettung 144 – Euro-Notruf 112

Rückfragehinweis:

Oliver Brunnhofer | Büro Landesrat Amesbauer | Mobil: +43 676 8666 6746
Tel. +43 (316) 877 6746 | E-Mail: oliver.brunnhofer@stmk.gv.at

Anna-Maria Thaller | Büro Landesrat Amesbauer | Mobil: +43 676 8666 6753 | E-Mail: anna-maria.thaller@stmk.gv.at

Graz, am 4. November 2026

Bearbeiter dieser Information: Rene Kronsteiner, Telefonnummer +43 (316) 877-2283 und +43 (664) 1236433  oder E-Mail: rene.kronsteiner@stmk.gv.at 
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