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ESO-Bericht 2017

Heute Vormittag wurde im Café Promenade in Graz unter Beisein von Landesrätin Ursula Lackner und Roman Schweidlenka der Steirische ESO-Bericht 2017 präsentiert.

Roman Schweidlenka und Ursula Lackner bei der PK © LOGO
Roman Schweidlenka und Ursula Lackner bei der PK
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SEKTEN BREITEN SICH AUS

In Österreich entstehen Immer mehr kleine Gruppen, die Merkmale so genannter Sekten aufweisen. Das gilt für die breit gefächerte Esoterikszene und für fundamentalistische religiöse Gruppen, aber auch für radikale Politgruppen.

NEUER POLITISCH–ESOTERISCHER RECHTSEXTREMISMUS

Verschiedenste Strömungen, wie die Anastastiabewegung, Weltverschwörungstheorien, Esoterik und alternative Aussteiger/-innen, die sich um Staatsverweiger/-innen zentrieren, schließen sich mit rechtsextremen Personen zusammen und tendieren immer wieder zu einer allgemein antisemitischen Gesinnung. Dies schafft ein neues, explosives, gesellschaftliches Potential, in dem die moderne, narzisstisch geprägte Esoterik verstärkt in politischen Bezügen auftritt.

FUNDAMENTALISMUS

Das Bedürfnis - auch vieler junger Menschen - nach Informationen zum letztlich verwirrenden Thema des vielschichtigen islamischen Fundamentalismus steigt kontinuierlich. Im Besonderen in Zusammenhang mit der Asyldiskussion. Andere religiöse Fundamentalismen befinden sich zurzeit außerhalb der öffentlichen Debatte.

URHEBERVERSCHLEIERUNG

 Vermehrt verschleiern problematische religiöse und esoterische Gruppierungen bei Angeboten ihre Urheberschaft. Diese Angebote wenden sich häufig an Schulen.

WERBUNG IN HÄUSERN UND WOHNUNGEN

 Die Türglockenwerbung fundamentalistischer Gruppen verärgert immer wieder die steirischen Bürger/-innen.

ZEITGENÖSSISCHE ESOTRENDS

Löse deine Geldblockaden und Engel geleiten dich zu den Quellen des Reichtums, im Notfall helfen dir dabei auch verstorbene Tierseelen. Nützt alles nichts, kannst du eine karmische Familienaufstellung machen. Alles kostenpflichtig, versteht sich.

Landesrätin Ursula Lackner mit Roman Schweidlenka und Ursula Theissl © LOGO
Landesrätin Ursula Lackner mit Roman Schweidlenka und Ursula Theissl
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Statement Landesrätin Ursula Lackner:

Dass esoterische, fundamentalistische und rechtsextreme Gruppierungen existieren, ist keine Neuigkeit. Spannend sind allerdings die Formen, die diese annehmen und die Methoden, die diese Gruppen verwenden.

Trotz der scheinbaren oder tatsächlichen Abgrenzung voneinander, haben all diese Bewegungen eine gemeinsame Komponente: Sie nützen die Schwächen von verunsicherten Menschen und Gruppierungen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen schonungslos aus: Sie geben Menschen in einer Krisensituation eine gefällige Erklärung, indem die Schuld an allem Schlechten und Bösen einer anderen Gruppierung zugesprochen wird. Zudem geben sie diesen Menschen wieder einen Halt in Form einer Gemeinschaft, wo sie dazugehören.

Das sagt viel über unsere Gesellschaft aus.  In einer Zeit in der nur der eigene persönliche Erfolg, den Status-Symbole wie die neuesten Handys, den neuesten Tablets etc. zählen und über einen aufgrund von Follower-Zahlen und Likes geurteilt wird, geraten Werte wie Solidarität, gegenseitige Hilfe und Verständnis füreinander in den Hintergrund bzw. in Vergessenheit.  

Dies ist der Nährboden für fundamentalistische Gruppierungen und der ist inzwischen so weit gediehen, dass sich diese nicht auf den Untergrund und das Internet beschränken müssen, sondern plötzlich vor unseren Haustüren stehen oder ihre Angebote sogar in Schulen anbieten. Dem muss man mit allen vorhandenen Mitteln entgegenwirken.

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