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Forschungspreise des Landes Steiermark verliehen!

Wissenschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (2.v.r.) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der Forschungspreise 2018: Michael Kahr (l.), Svea Mayer (2.v.l.) und Christian Oliver Kappe (r.). © Fischer
Wissenschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (2.v.r.) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der Forschungspreise 2018: Michael Kahr (l.), Svea Mayer (2.v.l.) und Christian Oliver Kappe (r.).
© Fischer

Graz, 3. Dezember 2018 - Wissenschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl verlieh heute im Weißen Saal der Grazer Burg die Forschungspreise des Landes Steiermark für das Jahr 2018. Ausgezeichnet wurden eine steirische Forscherin sowie zwei steirische Forscher für herausragende Leistungen im Bereich der Wissenschaft und Forschung.


„Die Steiermark ist das Forschungsland Nummer eins in Österreich und steht auch in Europa an der Spitze. Es ist mir ein großes Anliegen, die herausragenden Forschungsleistungen in unserem Land aufzuzeigen und entsprechend zu würdigen. Das ist einerseits eine wichtige Wertschätzung für unsere Forscherinnen und Forscher und soll andererseits die Bedeutung der Forschung für die Menschen in der Steiermark bewusst machen. Die Forschungspreise tragen wesentlich dazu bei", so Eibinger-Miedl.

Der Erzherzog-Johann-Forschungspreis wurde an Michael Kahr vom Institut für Jazz sowie dem Institut für Jazzforschung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz überreicht. Christian Oliver Kappe vom Institut für Chemie an der Karl-Franzens-Universität Graz wurde mit dem Forschungspreis ausgezeichnet, den Förderungspreis erhielt Svea Mayer vom Lehrstuhl für Metallkunde und metallische Werkstoffe an der Montanuniversität Leoben. Alle Preise sind mit jeweils 12.000 Euro dotiert. „Ich gratuliere der Preisträgerin und den beiden Preisträgern sehr herzlich. Sie sind mit ihren Arbeiten auch Vorbilder für junge Forscherinnen und Forscher", so Landesrätin Eibinger-Miedl.

Informationen zur Preisträgerin und den Preisträgern der Forschungspreise des Landes Steiermark:

Erzherzog-Johann-Forschungspreis 2018:

Michael Kahr, Institut für Jazz und Institut für Jazzforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz für die Arbeit „Jazz & the City: Jazz in Graz von 1965 bis 2015"

Die Monografie Jazz & the City: Jazz in Graz von 1965 bis 2015 basiert auf Ergebnissen des künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojektes „Jazz & the City: Identität einer Jazz(haupt)stadt", das vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF finanziert und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz durchgeführt wurde. Ziel der Arbeit war die erstmalige Aufarbeitung der Grazer Jazzgeschichte ab 1965 unter Berücksichtigung des impliziten Wissens in der künstlerischen Jazzpraxis. Die musikwissenschaftliche Auswertung von Schriftstücken, Tonträgern und Interviews mit Zeitzeugen erlaubte eine ausführliche Darstellung des Jazz als wesentlichen, international vernetzten Teil der Grazer Kulturgeschichte. Insgesamt stellt diese Arbeit ein erstes Standardwerk zur lokalgeschichtlichen und internationalen Bedeutung des Jazz in Graz ab 1965 dar und repräsentiert in methodischer Hinsicht einen innovativen Beitrag zur Verknüpfung von musikwissenschaftlichen und künstlerischen Forschungsmethoden in der Jazz- und Popularmusikforschung.

 

Forschungspreis des Landes Steiermark 2018:

Christian Oliver Kappe, Institut für Chemie der Karl-Franzens-Universität für die Arbeit „Design and 3D printing of a stainless steel reactor for continuous difluoromethylations using fluoroform"

Modernste Verarbeitungstechnologien wie „Additive Manufacturing" und „3D-Printing" revolutionieren momentan die kundenorientierte, maßgeschneiderte Herstellung verschiedenster Produkte und Gerätschaften, die auf unterschiedlichen Ausgangsmaterialien wie Polymeren oder Metallen basieren. Zudem stellt die effiziente, umweltschonende und sichere Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe ein aktuelles Thema dar, bei dem man zunehmend auf durchflusschemische Verfahren, die in maßgeschneiderten Mikroreaktoren optimal durchgeführt werden können, setzt. Bahnbrechend schlägt die prämierte Publikation nun die Brücke zwischen modernsten 3D-Druckverfahren zur Herstellung neuartiger Edelstahlmikroreaktoren, und der darin durchführbaren nachhaltigen und effizienten Synthese pharmazeutischer Wirkstoffe. Konkret wird die konkurrenzlose Effizienz solcher Edelstahlmikroreaktoren zur Herstellung von Wirkstoffen, die etwa in der Krebsforschung Anwendung finden, unter Einsatz von Fluoroform, einem unbedenklichen, nicht klimaschädlichen Abfallstrom der Teflonproduktion, demonstriert. Federführend konzipiert von C.O. Kappe (Universität Graz), unterstreicht die Mitarbeit von Forschern des neuen Kompetenzzentrums CC FLOW am Standort Graz und lokaler Industrie (Anton Paar) die Signifikanz der Entwicklung für den Forschungsstandort Steiermark im aufstrebenden Bereich des Pharmaceutical Engineerings.

 

Förderungspreis des Landes Steiermark 2018:

Svea Mayer, Lehrstuhl für Metallkunde und metallische Werkstoffe an der Montanuniversität Leoben für die Arbeit „Advanced intermetallic titanium aluminides - from fundamentals to application"

Phasenumwandlungen in metallischen und intermetallischen Hochleistungswerkstoffen im festen Zustand stellen ein wichtiges Gebiet in der experimentellen und theoretischen Metallkunde dar. Komplex und mehrphasig aufgebaute Werkstoffsysteme weisen eine Vielzahl von Phasenänderungen auf, die gezielt zur Einstellung einer optimalen Mikrostruktur und Eigenschaften genutzt werden können. Nur ein fundamentales Verständnis der grundlegenden Mechanismen der Phasenumwandlungen schafft die Voraussetzung, worauf die angewandte Forschung aufbauen kann und stellt zudem einen möglichen Ausgangspunkt für technische Innovationen dar, wie z.B. der Entwicklung von Hochtemperaturleichtbauwerkstoffen aus Titanaluminiden zum Einsatz in der neuesten Generation von Flugzeugtriebwerken und Abgasturboladern. Um das Potenzial der TiAl-Werkstoffe weiter auszuschöpfen, bedarf es neben der Definition einer geeigneten Legierungszusammensetzung auch der Bereitstellung industrieller Herstellungs- und Verarbeitungstechnologien, die den Besonderheiten dieser innovativen Leichtbauwerkstoffe Rechnung tragen. Dies wurde durch die Anwendung neuer theoretischer Entwicklungskonzepte sowie den Einsatz modernster experimenteller in- und ex-situ Untersuchungsmethoden erreicht - d.h. eine erfolgreiche Umsetzung der Grundlagenforschung in ein marktfähiges Produkt. Die sogenannte TNM-Legierung wurde für den Einsatz als Turbinenschaufelwerkstoff in einem umweltfreundlichen, sparsamen und leisen Getriebefan (GTFTM)-Triebwerk der MTU Aero Engines qualifiziert und befindet sich bereits im Einsatz - im Airbus A320neo, wobei neo für „new engine option" steht.

 

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