Girls' Day 2026: Land Steiermark will mehr Mädchen für technische Berufe begeistern
Berufsinfo-Offensive bringt erstmals auch einen Boys' Day mit Sozialschwerpunkt.





Graz, Wies (23. April 2026).- Die Abteilung 15 für Energie, Wohnbau und Technik, die Versuchsstation für Spezialkulturen (Abteilung 10) in Wies, das Jugendhaus Plüddemanngasse (Abteilung 6), das Förderzentrum für Hör- und Sprachbildung (Abteilung 11) sowie der Betriebskindergarten des Landesbediensteten-Unterstützungsvereines in Graz waren heute Schauplätze der Berufsinformations-Offensive Girls' Day und Boys' Day – damit sollen Mädchen für Berufe in der Technik und Naturwissenschaft, Burschen für Berufe im Sozial-, Gesundheits und Pflegeberufe begeistert werden. Unterstützt wurde diese Initiative auch in diesem Jahr von der Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft, der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft, die landesweit rund 800 Teilnehmende mit 150 verschiedenen Unternehmen und Institutionen in Kontakt miteinander brachte, sowie dem Verein für Männer- und Geschlechterthemen. Der Abbau von geschlechtsspezifischen Rollenbildern ist ein zentraler Bereich der Steirischen Gleichstellungsstrategie sowie auch der Strategie für Bildungs- und Berufsorientierung.
Positive Veränderung weiter stärken
So hat auch das Land Steiermark als Ausbildungseinrichtung diesen Tag genützt, um der gesellschaftspolitischen Verantwortung, Klischees bei der Berufswahl abzubauen, gerecht zu bleiben. Erfreulicherweise tragen diese Aktionstage Früchte , und so hat sich das Berufswahlspektrum von Mädchen in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich erweitert. Während 2004 noch 74,4 Prozent der Mädchen einen der zehn häufigsten Lehrberufe wählten, waren es 2025 gar nur mehr 55,0 Prozent. Der Lehrberuf Metalltechnik zählt seit 2014 konstant zu den vier beliebtesten Lehrberufen von Mädchen und erreichte 2024 Platz 3.
Landesrat Willibald Ehrenhöfer betonte beim Besuch gemeinsam mit Landesamtsdirektoren Brigitte Scherz-Schaar in der Abteilung 15: „Ich freue mich, dass der bewährte Girls Day heuer erstmals um einen Boys Day erweitert wurde. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit. Wir müssen traditionelle Rollenbilder aufbrechen und allen Kindern und Jugendlichen die gesamte Bandbreite an Berufs-Chancen in der Steiermark zeigen. Davon profitieren die Wirtschaft, die Gesellschaft, vor allem aber die jungen Menschen selbst. Denn klar ist: Talente haben kein Geschlecht.“
Girls' Day in der Technik: Abteilung 15
So konnten die jugendlichen Besucherinnen im Rahmen einer Wissensrallye in der A15 im Umweltlaboratorium experimentieren, zum Thema Lärm- und Strahlenschutz mit einer akustischen Kamera Messungen durchführen, in der Abfall- und Abwassertechnik den ph-Wert messen oder im KlimaPass recherchieren, um auf diese Weise einen Schritt näher in ihre eigene Berufswelt zu machen. In der Maschinentechnik konnte versuchsweise die Sicherheitsausrüstung für Seilbahnarbeiten angelegt werden, in der Luftreinhaltung ging es um die Feinstaub-Folgen von Silvesterraketen und -böllern.
Für Abteilungsleiter Edgar Chum ist seine Abteilung „ein gutes Beispiel, dass Frauen in technischen Berufen Karriere machen können. Knapp die Hälfte aller Beschäftigten sind Frauen, mehr als die Hälfte aller Referate werden von Frauen geleitet“. „Klischees abzubauen, Perspektiven zu erweitern und das Potenzial aller zu nützen“, darin sieht auch Alexandra Nagl, Leiterin der Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft „den großen Mehrwert dieser Initiative“.
Boys' Day im Kindergarten
Sichtbar wurde das auch beim Boys' Day, der heuer erstmals im LUV-Kindergarten, im Jugendhaus und im Förderzentrum für Hör- und Sprachbildung durchgeführt wurde: Damit soll eine weitere Initiative gestärkt werden, nicht nur einzementierte Rollenbilder junger Mädchen aufzubrechen, sondern auch jungen Burschen neue Möglichkeiten aufzuzeigen. Exemplarisch dafür steht Valentin Strohmaier, der nach seiner Berufsausbildung als Pädagoge im Kindergarten des Landesbediensteten-Unterstützungsvereins arbeitet.
Strohmaier nützte den Tag zu einem Aufruf: „Ich habe als Mann in der Elementarpädagogik bisher nur positive Erfahrungen gesammelt. Männliche Elementarpädagogen haben hier eine wertvolle Rolle, denn Kinder brauchen unterschiedliche Vorbilder. Es geht dabei nicht darum, in ein Rollenbild zu passen, sondern die Kinder in ihrer Kindheit zu begleiten. Dieser Beruf ist mehr als nur ein Job, er ist eine tägliche Aufgabe und große Bereicherung. Ich kann nur allen Burschen empfehlen: Traut euch, diesen Beruf auszuprobieren.“
Natur pur in Wies probieren
In der Versuchsstation für Spezialkulturen Wies als Teil der Abteilung 10 ging es wiederum um Gärtnern in seiner anspruchsvollsten Form – um Gemüse-, Zierpflanzen-, und Arzneipflanzenbau auf Freilandflächen, in Gewächshäusern und Folientunneln, um Vermehrung und Aussaat, Schneiden, Düngen und Bewässern, um Fragen der Widerstandsfähigkeit und wie man zu neuen Züchtungen kommt. Die Tätigkeit dort ist dabei auf praxisnahe Versuchsarbeit für den Gemüseanbau, der Erwerbsgärtnerei und Kräuterproduktion ausgerichtet.
Doris Lengauer, Leiterin der Versuchsstation: „Ich finde, es ist sehr wichtig für Kinder und Teenager den Bezug zur Landwirtschaft beziehungsweise der Lebensmittelproduktion herzustellen und aufzuzeigen, was alles möglich ist. Der Girls‘ Day bietet dafür tolle Möglichkeiten. Daher haben wir uns Wies bereits zum dritten Mal daran beteiligt und interessierte Mädchen unseren Betrieb präsentiert."
Graz, Wies, 23. April 2026
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