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TU Graz am Weg zur ersten klimaneutralen Universität Österreichs

v.l.: Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, TU-Vizerektor Horst Bischof, TU-Rektor HArald Kainz und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. © TU Graz/Lunghammer
v.l.: Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, TU-Vizerektor Horst Bischof, TU-Rektor HArald Kainz und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.
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v.l.: Projektleiter Klimaneutrale TU Graz Günter Getzinger, Rektor Harlad Kainz, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Ministerin Leonore Gewessler, Vizerektor Horst Bischof. © TU Graz/Lunghammer
v.l.: Projektleiter Klimaneutrale TU Graz Günter Getzinger, Rektor Harlad Kainz, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Ministerin Leonore Gewessler, Vizerektor Horst Bischof.
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Graz, 1. März 2021 - Die TU Graz nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung in Sachen Klimaschutz wahr und hat eine ehrgeizige Roadmap für ihren Weg zur Klimaneutralität bis 2030 verabschiedet. Die Strategie wurde heute im Beisein von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Forschungs-Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl vorgestellt.


Für das Erreichen der im Regierungsprogramm verankerten „Klimaneutralität in Österreich bis 2040" braucht es die aktive Beteiligung aller in Österreich. Mit Blick auf die gesellschaftliche Vorbildwirkung von Bildungsinstitutionen verfolgt die TU Graz eine ambitionierte Roadmap für das Erreichen der Klimaziele: mit sehr konkreten Maßnahmen, mit substantiellen Investitionen und unter Mithilfe aller Bediensteten und Studierenden. Mit dem Programm „Klimaneutrale TU Graz 2030" zählt die TU Graz zu den Vorreiterinnen unter Österreichs Hochschulen und investiert bis 2030 auf Basis aktueller Berechnungen rund 11 Millionen Euro in dieses ehrgeizige Ziel.

Im Schulterschluss zur Klimaneutralität Österreichs

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler freut sich bei der heutigen Pressekonferenz über die ambitionierten Klimaschutzaktivitäten und -maßnahmen der TU Graz und betont einmal mehr die Notwendigkeit, die Klimaziele zu erreichen und die wichtige Rolle, die Österreichs Universitäten dabei zukommt: „Die Klimakrise ist die große Frage unserer Zeit und sie betrifft uns alle. Auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft brauchen wir den vollen Instrumentenkoffer. Forschungs- und Bildungsinstitutionen können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten: Mit Klimaschutzmaßnahmen im Betrieb und mit Forschung und Technologieentwicklung gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen. Ich freue mich, dass die TU Graz hier mit gutem Beispiel vorangeht, wichtige Schritte gegen den Klimawandel setzt und so auch ihre Vorbildwirkung gegenüber den Studierenden lebt."

„Der Green Deal und die Digitalisierung sind die zwei großen Zukunftsthemen. In beiden Bereichen ist die TU Graz bereits heute führend in Österreich. Diese Position unterstreicht sie mit dem ambitionierten Aktionsplan am Weg zur Klimaneutralität einmal mehr. Ein wesentlicher Schlüssel zur Erreichung von Klimazielen sind Forschung und Technologie. Die Steiermark leistet hier mit 14 von 18 österreichischen Umwelttechnik-Kompetenzzentren, dem Green Tech Cluster, zahlreichen innovativen Unternehmen und den Forschungsschwerpunkten unserer Hochschulen einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz", so Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

Treibhausgas-Bilanz der TU Graz als Ausgangspunkt

Die Grundlage für die Roadmap bildet eine vollumfängliche Treibhausgasbilanz (THG) der TU Graz, von der universitären Infrastruktur bis hin zum Mobilitätsverhalten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Demnach betrugen die Gesamtemissionen der TU Graz für das Jahr 2017 knapp 22.000 tCO2-Äquivalente. Den größten Anteil an den Gesamtemissionen hat gemäß THG-Bilanz der Strom mit knapp unter 8.000 tCO2e, gefolgt von Dienstreisen der rund 3.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit etwa 5.100 tCO2e, den geplanten Neubauten mit 5.000 tCO2e und der Wärmeversorgung mit etwas über 4.000 tCO2e pro Jahr.

Reduktionsmaßnahmen bis 2030

Diese THG-Emissionen möchte die TU Graz innerhalb der nächsten Dekade drastisch reduzieren. Harald Kainz, Rektor der TU Graz und treibende Kraft hinter der „Klimaneutralen TU Graz 2030": „Als Brennpunkte von Fortschritt und Innovation kommt den Universitäten beim Klimaschutz eine ganz besondere Rolle zu. An der TU Graz haben wir einen unserer fünf Forschungsschwerpunkte voll und ganz „Nachhaltigen Systemen" gewidmet. Die besten Köpfe befassen mit zukunftsorientierter Stadtplanung, nachhaltigem Bauen, erneuerbaren Energieträgern, intelligenten Energienetzen und grüner Mobilität, und lehren unsere Studierenden Einsatz und Weiterentwicklung dieser klimaschonenden Technologien. Mit unserer Roadmap zur klimaneutralen Universität wollen wir noch einen Schritt weiter und mit gutem Beispiel vorangehen: Mithilfe unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unserer Studierenden werden wir die CO2-Emissionen unserer Universität bis 2030 neutralisieren."

Intelligente Maßnahmenbündel zum Erfolg

Im Energiemanagement setzt die TU Graz auf Energieeinsparungen durch Effizienzsteigerung und auf die Produktion von grüner Energie On- und Off-Campus. So werden Dachflächen am Campus Inffeldgasse im großen Stil mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet und die Beteiligung an externen PV-Anlagen und Windparks geprüft. Zudem bezieht die TU Graz schrittweise und ab 2025 ausschließlich Strom aus 100 Prozent zertifizierten erneuerbaren und regionalen Quellen. Bei Neubauten kommen Wärmepumpen und Erdwärmespeicher zum Einsatz und die Abwärme-Nutzung etwa von Großrechenanlagen wird optimiert. Allein mit diesen Maßnahmen erreicht die TU Graz eine Emissions-Reduktion von über 12.000 tCO2e pro Jahr.
Bei Neubauten setzt die TU Graz im Schulterschluss mit der Bundesimmobiliengesellschaft BIG auf die klimaoptimierte Errichtung nachhaltiger Universitätsgebäude auf Basis des Positionspapiers der Allianz Nachhaltige Universitäten. Dieses sieht etwa von Beginn universitärer Bauprojekte an die Integration von Nachhaltigkeit und Klimaneutralität ebenso vor, wie eine Lebenszyklusbetrachtung, oder die klimaoptimierende Sanierung des Bestandes. Begrünungsmaßnahmen an allen Campus-Standorten der TU Graz komplettieren die Planungen.

Das vielfach preisgekrönte Mobilitätsmanagement der TU Graz, das auf der Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV fußt, wird weiter forciert und die Anreize für den Umstieg auf sanfte Mobilitätsformen weiter erhöht. Schon jetzt fahren rekordverdächtige 40 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TU Graz mit dem Fahrrad zur Arbeit. Die Fahrradaktion der TU Graz wird künftig auf die Förderung von E-Bikes ausgeweitet, der Ausbau des Radwegenetzes rund um den Campus gemeinsam mit der Stadt Graz vorangetrieben und zusätzliche überdachte Fahrradabstellanlagen an allen Campus-Standorten errichtet. Für Elektroautos werden über 200 E-Ladestationen am Campus errichtet und das E-Carsharing-Angebot weiter ausgebaut. Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs durch TU Graz-Mitarbeitende - insbesondere das geplante 1-2-3-Klimaticket - wird ab 2022 additiv gefördert. Parkberechtigungen für die drei Campus-Standorte werden künftig - außer aus sozialen Gründen - nach strikteren Vorgaben vergeben und für das Parken fossil betriebener Kraftfahrzeuge wird ein Klimaschutzbeitrag eingehoben werden. Mit diesen Maßnahmen im Mobilitätsmanagement erzielt die TU Graz Einsparungen von 1.200 tCO2e pro Jahr.

Nach dem Motto „Stay Grounded - Keep Connected" wird ein Kulturwandel an der TU Graz angestrebt, um die Zahl der Dienstreisen weiter zu reduzieren. Über ein eigenes Monitoring-Tool werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre individuelle CO2-Bilanz abrufen können und dort, wo es sinnvoll und möglich ist, sollen Videokonferenzen Dienstreisen ersetzen. Die Nutzung von Fernbussen, Bahn und Nachtzügen wird gegenüber Kurz- und Mittelstreckenflügen gefördert und ein Klimaschutzbeitrag auf Flugreisen eingeführt. Ziel ist es, die CO2-Emissionen, die durch Flugreisen von Mitarbeitenden der TU Graz bei Dienstreisen entstehen, um 50 Prozent zu reduzieren und 3.700 tCO2e pro Jahr einzusparen.

Kompensation nicht vermeidbarer THG-Emissionen

Übrig bleiben rund ein Drittel, nämlich 8.000 tCO2e pro Jahr an nicht vermeidbaren THG-Emissionen. Dafür sieht die TU Graz Kompensationsmodelle vor. Diese reichen von Anschubfinanzierungen für emissionsmindernde Forschungsprojekte bis hin zu Projekten zur CO2-Bindung aus der Atmosphäre.

Nachhaltig handeln und an nachhaltigen Systemen forschen

Im alle TU Graz-Forschungsdisziplinen umfassenden Field of Expertise „Sustainable Systems" stellt sich die TU Graz den komplexen Herausforderungen des Klimawandels und erforscht interdisziplinär über Fakultätsgrenzen hinweg nachhaltige Lösungsansätze. Dies reicht bis zur Erforschung der gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen in der Science, Technology and Society Unit der TU Graz. Emissionsminderungen im Mobilitäts- und Bausektor sind für die Erreichung der Klimaziele von immanenter Bedeutung. Diesen zentralen Themen widmet sich die TU Graz in zwei neuen Research Centers, wie Horst Bischof, Vizerektor für Forschung der TU Graz erläutert: „Unsere langjährige Expertise in der Wasserstoffforschung - Stichwort HyCentA - führen wir nun gemeinsam mit der Industrie zu einem eigenen Research Center Wasserstoff zusammen und schaffen einen europaweit sichtbaren Hotspot. Denselben Ansatz verfolgen wir im Research Center ‚Nachhaltiges Bauen und Klimaschutztechnologien‘, wo wir uns transdisziplinär der Optimierung der Nachhaltigkeit gebauter Umwelt widmen."

Insgesamt liefen an der TU Graz im Jahr 2020 83 nationale und internationale Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 13 Millionen Euro, die sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigen. Mit der „Klimaneutralen TU Graz 2030" wird das Engagement nun auch auf institutioneller Ebene sicht- und spürbar.

Externe Verknüpfung www.klimaneutrale.tugraz.at

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