Kulturelle Zukunftsfragen im Mittelpunkt der Landeskulturreferentenkonferenz in Graz
Die Kulturreferentinnen und Kulturreferenten der österreichischen Bundesländer kamen im Kunsthaus Graz zusammen, um über aktuelle kulturpolitische Herausforderungen zu beraten und gemeinsame Positionen zu entwickeln. Eine österreichische Streamingabgabe, Debatten über nachhaltige Kulturförderung und die Gründung einer ARGE Kulturstrategie standen im Fokus.



Graz (10. Juni 2026).- Die Steiermark war am 9. und 10. Juni 2026 Gastgeber der diesjährigen österreichischen Landeskulturreferentinnen und -referentenkonferenz (LKRK). Im Mittelpunkt standen zahlreiche kulturrelevante Themenfelder sowie aktuelle kulturpolitische Herausforderungen und Chancen, die im gemeinsamen Austausch zwischen den Bundesländern und dem Bund erörtert wurden. Im Anschluss an die Tagung informierte der steirische Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl gemeinsam mit Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, dem Salzburger Landeshauptfrau-Stv. Stefan Schnöll und der Wiener Landesrätin Veronica Kaup-Hasler über die Ergebnisse. Die Steiermark war nach zehn Jahren wieder Austragungsort der LKRK.
Die Konferenz der Landeskulturrefentinnen und -referenten ist eine zentrale Plattform des Austausches über die vielfältigen Aspekte des Kulturbetriebs in den Bundesländern. „Die kulturpolitischen Herausforderungen betreffen alle Bundesländer, entsprechend braucht es die länderübergreifende Zusammenarbeit, um die Kulturnation Österreich weiterentwickeln zu können“, erklärte der steirische Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl als Gastgeber und bedankte sich eingangs für den intensiven und konstruktiven Austausch. Im Fokus der Tagung im Grazer Kunsthaus standen unter anderem Gespräche über die Finanzierung von Kulturbudgets, die Gründung einer „ARGE kulturstrategische Perspektiven/Synergien” sowie der Wunsch, die Wertschöpfung internationaler Streamingplattformen stärker in die Finanzierung des heimischen Kultur- und Medienstandortes einzubinden. Ein Antrag der Steiermark richtet auch eine wichtige Forderung an den Bildungsminister: Im Zuge der anstehenden Bildungsreformen soll die kulturelle Bildung und Kulturvermittlung in der schulischen Praxis gestärkt werden, um den Jungen den hohen Stellenwert von Kunst und Kultur zu vermitteln.
Budgetäre Entwicklungen in Österreich
Eines der zentralen Themen der diesjährigen LKRK bildeten die Auswirkungen notwendiger budgetärer Einschränkungen auf allen Ebenen der Gebietskörperschaften auf den österreichischen Kulturbetrieb. Um diesen in all seinen Facetten zu unterstützen, verständigten sich die Länder darauf, ein abgestimmtes Vorgehen zu entwickeln. Die LKRK bekannte sich zu einer kontinuierlichen und verlässlichen Kulturförderung und einigte sich darauf, dass gemeinsam mit der Bundesebene Strategien zur Erhaltung der Kulturszene in Österreich erarbeitet werden sollen.
ARGE für kulturstrategische Perspektiven
Geeinigt hat sich die Konferenz zudem auf die von der Steiermark, von Kärnten und dem Bund eingebrachte „ARGE kulturstrategische Perspektiven/Synergien“, die auf Überlegungen der bundesländerübergreifenden Konferenz im vergangenen Herbst in Graz aufbaut. Ziel ist eine vertiefte Zusammenarbeit auf einer Dialogplattform, wo Fragen der Kulturentwicklung auf Verwaltungsebene regelmäßig, praxisnah und im Austausch zwischen Bund und Ländern behandelt werden, um gemeinsame strategische Antworten zu finden. „Die Steiermark hat mit der Kulturstrategie 2030 mit mehr als 600 Beteiligten auf breiter Basis kulturpolitische Leitlinien entwickelt. Mit der ARGE für kulturpolitische Perspektiven trägt die Steiermark diesen Geist auch in den länderübergreifenden Diskurs", verweist Kornhäusl auf die Vorreiterrolle der Steiermark in Österreich.
Streaming-Abgabe
Ein Diskussionspunkt der Konferenz war die geplante Abgabe für internationale Streaminganbieter in Österreich. Diese basiert auf der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) und gibt Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, Streamingdienste dazu zu verpflichten, einen Beitrag zur Finanzierung des regionalen Filmschaffens zu leisten. Die von der Steiermark und auch von Wien eingebrachte Forderung an den Bund, ein entsprechendes Finanzierungs- und Unterstützungsmodell für die heimische Filmwirtschaft rasch umzusetzen, fand breite Zustimmung unter den Bundesländern.
Statements
„Medien sind ein wichtiger Teil unserer demokratischen Gesellschaft und insbesondere ein unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist unverzichtbar - gerade in Zeiten großer medialer und sozialer Veränderungen. Sender wie Ö1, FM4 und ORF III sowie das RSO Wien sind zentrale Säulen für den Informations-, Bildungs- und Kulturauftrag des ORF", so die Wiener Landesrätin Veronica Kaup-Hasler. Sie erklärte darüber hinaus: „Um die heimische Kunstproduktion und deren Sichtbarkeit zu sichern braucht es faire Vergütungs- und Finanzierungsmodelle; ich spreche mich daher klar für die Einführung der Streamingabgabe aus, die direkt den österreichischen Filmschaffenden zugutekommt.“
Tirol brachte zwei Anträge betreffend dem „Jahr des Ehrenamts“ sowie der „Vertrauensstelle vera*“ ein. „Ich bedanke mich beim steirischen Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl herzlich für die Gastfreundschaft und die perfekten Vorbereitungen. Das Ziel des Landes Tirol ist es, auch im Kulturbereich das Bewusstsein für ehrenamtliches Engagement zu schärfen, Nachwuchs zu gewinnen und die Inklusion in der Freiwilligenarbeit zu fördern. Klar ist aber: Ehrenamtliche Tätigkeit kann das professionelle Kunst- und Kulturschaffen bereichern, aber nicht ersetzen“, so Landeshauptmann Anton Mattle.
Der Salzburger Landeshauptfrau-Stv. Stefan Schnöll betonte: „Gerade in Zeiten angespannter Budgets können private Investments, die Kultur und viele Künstlerinnen und Künstler unterstützen. Wir pochen daher darauf, dass steuerliche Erleichterungen für Kunst und Kultur kommen: von einer Novellierung des Umsatzsteuergesetzes über die steuerliche Absetzbarkeit von Kunstankäufen bis hin zu niedrigeren Mehrwertsteuersätzen für Kunstwerke. Österreich darf hier keinem Wettbewerbsnachteil ausgesetzt sein.“
Gastgeber Landesrat Karlheinz Kornhäusl hob die Geschlossenheit und das gelebte Miteinander der Landeskulturreferenten hervor: „Gerade in unsicheren Zeiten ist die Kultur eine Brücke des Zusammenhalts, das wollen wir auch mit der Einrichtung der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft fortführen.“ Zudem hob Kornhäusl die Stärkung der Stärkung der Kultur in der schulischen Praxis hervor: „Kulturelle Bildung und Kulturvermittlung sollen als integratives Element fixer Bestandteil des österreichischen Schulwesens sein.“
Rückfragehinweis:
Andreas Kaufmann | Büro Landesrat Kornhäusl | Mobil: +43 676 8666 2590
Tel. +43 (316) 877 2590 | E-Mail: andreas.kaufmann@stmk.gv.at
Graz, am 10. Juni 2026
Kommunikation Land Steiermark-Aussendungen unter E-Mail: kommunikation@stmk.gv.at
zur Verfügung.
